Neue Studie: Online-Handel profitiert von Corona-Krise I E-Commerce kompakt #29

24.07.2020, 2m

Eine aktuelle Studie belegt, dass der Online-Handel von der Corona-Krise profitiert, doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Außerdem in der 29. Ausgabe von E-Commerce kompakt: Die meisten Online-Shops machen ungenaue Bestandsangaben und ein weiterer Online-Marktplatz etabliert sich in Deutschland.

Anzahl der Online-Shopper*innen deutlich angestiegen

Der aktuelle „Trendmonitor Deutschland“ von Nordlight Research belegt: 72 Prozent der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen mindestens einmal pro Monat online ein. Diesen Wert ergab eine breit angelegte Umfrage von Juni 2020. Vor der Corona-Krise haben Ende 2019 nur 67 Prozent der Befragten angegeben, sich mindestens einmal pro Monat online auf Shopping-Tour zu begeben.

Zu den Menschen, die sich besonders gerne in Online-Shops umschauen, gehören die 30-49-jährigen sowie Familien mit Kindern.

11 Prozent verlagern Offline-Einkäufe dauerhaft in die Online-Welt

Ganze 11 Prozent der Befragten sagen, dass sie jetzt bestimmte Artikel bewusst online einkaufen, die sie früher im stationären Handel erworben hätten. Dies geschehe sogar ungeachtet der Tatsache, dass ein Einkauf im Ladengeschäft wieder möglich sei. Offenbar hat also die Zeit der umfangreichen Corona-Beschränkungen im Frühjahr bei manchen dauerhaft die Lust aufs Online-Shopping geweckt.

Konsumklima bleibt verhalten, doch der Trend ist positiv

Einen Wermutstropfen enthält der Trendmonitor jedoch: 19 Prozent der Befragten geben aktuell weniger Geld aus als vor der Corona-Krise. Dies gilt in Bezug auf Online- und Offline-Handel gleichermaßen. Die Konsumlaune bleibt also aufgrund der unsicheren Lage nach wie vor verhalten.

Die Konsumklimastudie von Juli 2020 des Marktanalysten GfK prognostiziert jedoch bereits einen positiven Trend. Seit dem Einbruch im Frühjahr habe sich das Konsumklima im Juli bereits zum dritten Mal in Folge verbessert. Als einen wichtigen Faktor dabei benennt das GfK ganz klar die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli: Konsumentinnen und Konsumenten würden bereits geplante größere Anschaffungen nun vorziehen.

 

Neuer Call-to-Action

Die meisten Online-Shops machen ungenaue Bestandsangaben

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat in 15 großen Online-Shops Stichproben zu den Bestandsangaben durchgeführt. Das Fazit lautet, dass es kaum Transparenz in Bezug auf die Bestandsangaben gebe. Es sei für Verbraucherinnen und Verbraucher von außen nicht erkennbar, wie viele Artikel eines Produkts ein Shop tatsächlich auf Lager habe. Die Angaben dazu seien größtenteils kaum aussagekräftig, z.B. „auf Lager“ oder „mehr als 10 verfügbar“.

Erst bei einem knappen Lagerbestand würden die Angaben konkreter, z.B. „nur noch 4 verfügbar“ oder „fast ausverkauft“.

Die Verbraucherzentrale hat zur Überprüfung der Zahlen im Warenkorb die Bestellmenge erhöht und dabei festgestellt, dass ein Einkauf wesentlich größerer Mengen als auf der Artikelseite angegeben möglich gewesen wäre. Sie kommt zu dem Schluss, dass in der Regel wesentlich mehr Artikel auf Lager seien, als es zunächst scheine.

 

Die perfekte Produktseite

Real etabliert sich als Händler-Marktplatz

Marktplätze sind insbesondere für kleinere Online-Händler wichtig, um zusätzliche Verkaufskanäle zu erschließen. Neben den Branchenriesen Amazon Marketplace und eBay etabliert sich Real in Deutschland immer mehr als Online-Marktplatz. Das belegt eine aktuelle Statista-Studie.

Im Jahr 2019 waren 9 Prozent der betrachteten 1.000 Online-Shops auf Real aktiv. In den Jahren zuvor war für die Plattform noch gar kein Wert messbar. 37 Prozent der Shops befanden sich 2019 auf eBay, 47 Prozent auf Amazon Marketplace.