Schärfere Regeln bei Online-Zahlungen! E‑Commerce kompakt #38

In der heutigen Ausgabe von E-Commerce kompakt erfahren Sie, warum die EU-Kommission die Regeln für Online-Zahlungen verschärfen will, wie Ikea mit der Angst vor der Insolvenz umgeht, warum Amazon eine heftige Strafe erwartet und welche Branchen weiterhin boomen. Viel Spaß beim Lesen!

Angst vor Insolvenz: Ikeas neue Online-Strategie

Ikea ist das beliebteste Möbelhaus deutscher Shopper. Die Möbel mit den interessanten und teilweise lustigen Namen online zu kaufen hat sich jedoch immer als schwierig gestaltet.

Dies soll sich nun ändern. Ikea ändert nämlich sein Online-Strategie: Schon bald sollen die Möbel auch auf fremden Online-Marktplätzen verkauft werden. Der Grund: Das stationäre Geschäft ist schlichtweg nicht mehr so profitabel wie früher.

Die Insolvenz von „Toys R Us“ zeigt, dass auch Giganten zu Grunde gehen können, wenn nicht genug in Innovation und Online-Handel investiert wird. Ikea will — nicht nur mit Köttbullar — relevant bleiben.

Obwohl das 30-prozentige Wachstum bei Online-Bestellungen im letzten Jahr beeindruckend aussieht, sind nur rund 5% des Gesamtgeschäftes über online gekaufte Möbel erwirtschaftet worden.

Um einer drohenden Insolvenz zuvor zukommen, sucht Unternehmens-Chef Torbjörn Löff nach neuen Vertriebskanälen.

Der Financial Times gegenüber lies Ikea-Chef Löff nun offiziell verlauten, dass sich das Möbelhaus dazu entschieden hat, das eigene Angebot nun auch auf Online-Marktplätzen von Drittanbietern anzubieten.

Das ist die größte Veränderung im Kundenerlebnis bei Ikea seit der Erfindung unseres Konzepts“, sagt Löff.

Es gibt zwar noch keine konkreten Partnerschaften, jedoch ist bereits seit Juni 2017 ein eigener Amazon-Shop eröffnet worden, um die neuen Wasser zu testen. Es ist also davon auszugehen, dass der Möbelgigant seine Ware auf den großen Marktplätze wie Amazon, Alibaba und Co. anbieten wird.

Basic Thinking schreibt: Der Schritt von Konzernchef Torbjörn Löff stieß intern lange Zeit auf viel Gegenwehr. Schließlich fällt beim Online-Handel ein essenzieller Vorteil der Möbelhäuser weg: Es gibt keine Möglichkeit, den Kunden beim Lauf durch die Flure zum Kauf von kleinen Produkten zu animieren, die er eigentlich gar nicht kaufen wollte.fazit-blogpost.png

Achtung! Schärfere Regeln bei Online-Zahlungen!

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Die EU-Kommission will den Online-Handel sicherer machen. Was nach einer guten Idee klingt, könnte sich als Hürde für den europäischen E-Commerce entpuppen.

Denn die die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) will durchsetzen, dass bei Online-Zahlungen über 30 Euro neue und zusätzliche Authentifizierungen stattfinden müssen. Bei Bezahlvorgängen jenseits dieser nun wirklich nicht sehr hohen Summe müssten dann zum Beispiel Kunden im Online-Handel ein Passwort eingeben, eine spezielle Zahlungskarte nutzen oder ihren Fingerabdruck zur Authentifizierung ihrer Zahlung hinterlassen, berichtet E-Commerce Vision.

Die Argumentation der EU: Die geplante Maßnahme soll den europäischen Online-Handel stärken, zusätzliche Anreize schaffen online zu shoppen und den Zahlungsverkehr sicherer machen.

Wobei der letzte Teil sicherlich stimmt, wirken die ersten zwei Begründungen sehr realitätsfern. Jeder erfahrene Shopbetreiber weiß, dass jede zusätzliche Aufgabe, die ein potentieller Kunde erfüllen muss die Konversionsrate deutlich senkt.

Anstatt den Prozess zu vereinfachen, käme so also eine weitere Hürde, die der Kunde nehmen muss. Scheinbar grundlos. In einem Schreiben an die EU-Kommission, das das Online-Magazin Euractiv veröffentlicht hat, warnt ein Zusammenschluss aus 27 E-Commerce-Firmen und Handelsverbänden vor Überregulierung und unnötigen Hürden.

Experten sind sich also einig: Im E-Commerce gibt es, abgesehen von Fake-Shop-Einzelfällen, kein signifikantes Sicherheitsproblem im Zahlungsverkehr.

Die Entscheidung, ob diese neue Zahlungsrichtlinie rechtlich wirklich etabliert wird, steht noch in den Sternen. Eins ist sicher: Wir werden darüber berichten.

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Amazon muss 250 Millionen Euro Steuern nachzahlen

Amazon macht Woche für Woche Schlagzeilen. Sei es mit der Übernahme von Whole Foods, neuen Alexa-Modellen oder neuen Lieferkonzepten. Die aktuellste Amazon-Nachricht dürfte CEO Jeff Bezos jedoch nicht glücklich stimmen.

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ließ verlauten, dass die EU Wettbewerbshüter juristisch gegen Steuerdeals der Technologie-Giganten Amazon und Apple in Europa vorgehen. Da Amazon unlautere Steuererleichterungen von rund 250 Millionen Euro in Luxemburg erhalten habe.

Luxemburg muss die rechtswidrige Beihilfe nun von Amazon zurückfordern. Es gab bereits einen ähnlichen Fall bei dem die EU-Kommission Irland dazu angehalten hat 13 Milliarden Euro einzutreiben. Damals ging es um Apple. Da Irland dieser Aufgabe bisher nicht nachgekommen ist, wurde der Fall nun an den Europäischen Gerichtshof verwiesen.

Fast drei Viertel der Gewinne von Amazon wurden nicht versteuert, sagte Vestager. Der Konzern habe damit massiv Steuern auf seine in Europa getätigten Verkäufe einsparen können. Amazon wies die Vorwürfe zurück: Wir sind der Ansicht, dass Amazon keine Sonderbehandlung von Luxemburg erhalten hat und wir Steuern in vollem Einklang mit dem luxemburgischen und internationalen Steuerrecht bezahlt haben.“, berichtet die Luzerner Zeitung.

Seit 2014 werden die Steuerregelungen Luxemburgs im Falle Amazon von der EU-Kommission beobachtet, denn gezielte Steuervorteile für einzelne Unternehmen sind -- wenig überraschend -- verboten. Besonders kritisch wurde ein Abkommen betrachtet, das den Zugriff der Steuerbehörden auf Amazon beschränkte.fazit-blogpost.png

Boom im Online-Handel hält (teilweise) an

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Die gute Nachricht vorweg: Der Online-Handel wächst, nach einer Marktuntersuchung des Branchenverbandes bevh, immer weiter. Jedoch weniger stark in den traditionellen Branchen.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland teilte am Dienstag, den 10.10.2017, mit, dass der Umsatz im dritten Quartal mit 13,6 Milliarden Euro um 9% über dem Niveau des Vorjahreszeitraum liegt.

Die Auswertung von Heise zeigt: Digitale Dienstleistungen wie E-Tickets, Downloads, Hotelbuchungen und auch das Fashion-Segment des Online-Handels stagnieren von der Wachstumszahlen her, da sich der Marktanteil kaum noch ausbauen lässt. Wohingegen der Online-Handel überdurchschnittliche Wachstumsraten bei Lebensmitteln, anderen Waren des täglichen Bedarfs, Haushaltswaren und  -geräten, Computern, Zubehör, Spielen, sowie Hobby- und Freizeitartikel verbuchen kann.

Der Branchenverband rechnet mit einem Umsatzwachstum im E-Commerce-Bereich von knapp 11% -- also 58,5 Milliarden Euro.fazit-blogpost.png

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