E-Commerce kompakt #5: Mobiles Shopping & kleinere Warenkörbe

24.02.2017, 3m
Einkäufe auf dem Smartphone nehmen zu, die durchschnittliche Warenkorbgröße ab.

Die Themen dieser Woche im Überblick: Mobiles Shopping wird immer beliebter, aber die Warenkörbe sinken. Snapchat geht nach 500 Millionen Dollar Verlust an die Börse und YouTube schafft störendes Werbeformat ab.

Immer mehr kaufen mobil, geben aber weniger aus

Fast ein Drittel der Käufe werden via Smartphone oder Tablet getätigt, der mobile Traffic in Shops steigt auf 48%. Jedoch liegt der Smartphone-Warenkorbwert ca. 30 Euro niedriger als bei Käufen via Desktop-PCs.

Dem aktuellen intelliAd „E-Commerce Branchenindex Q4/2016“-Report nach, sinken die Warenkörbe im Schnitt auf allen Geräten (Desktop, Tablet und Smartphone) im Vergleich zum vorherigen Quartal jedoch um ca. 10%.

Auf der anderen Seite werden Smartphones stetig beliebter, um zu Online einzukaufen. Besonders die Modebranche verzeichnet, dass 50% der Shopbesucher den Shop mit einem mobilen Gerät erkunden.

Trotz der niedrigeren Warenkörbe werden immer wieder neue Rekorde in der deutschen E-Commerce-Branche erreicht. Für alle Shopbetreiber, die Suchmaschinen-Werbung schalten, bedeutet das eins: die Konkurrenz wird immer stärker, die Konversionsrate sinkt und neue Kunden zu gewinnen wird schwieriger.

Frank Rauchfuß, CEO bei intelliAd, hat dazu folgendes zu sagen:„Während Generalisten im Modebereich mit sinkenden Conversion Rates und steigenden Werbeausgaben pro Kauf kämpfen, verbessern sich beispielsweise dieselben Leistungswerte bei Online-Shops für Damen- und Herrenbekleidung. Allerdings müssen die Anbieter von Herrenmode mehr als fünfmal so viel für einen SEA-Klick ausgeben wie die Anbieter von Damenmode — 82 Cent statt 15 Cent.“

Betrachtet man die E-Commerce-Branche im gesamten bleiben die Kosten pro Klick aber weitestgehend gleich.

 

Passend zum Thema:

5 Wege, um Kaufabbrüche zu reduzieren.

 

Snap Inc. geht an die Börse

Snapchat. Die App, die Bilder nur für wenige Sekunden zugänglich macht und danach unwiderruflich löscht, geht an die Börse.

Betrachten wir die App heute, merken wir schnell, dass sich viel verändert hat. Sehr viel. Denn Snapchat wurde in den letzten paar Monaten zu einer der meist genutzten Application für internetaffine Nutzer im Alter von 14–26 Jahren.

Mit dem geplanten Börsengang präsentiert Snapchat zum ersten Mal die Geschäftszahlen. Zwar verlor die App im letzten Jahr ungefähr eine halbe Milliarde Dollar, steigerte den Umsatz jedoch von 58,6 auf 404,5 Millionen Dollar. 

Die Gründer, Evan Spiegel und Robert Murphy, besitzen jeweils ein wenig über 22% der Anteile an der Snap-Aktie und ca. 44,3% der Stimmrechte. Die Entscheidungshoheit bleibt also bei den Gründern der App, die täglich von ungefähr 158 Millionen Menschen genutzt wird.

Für 2017 prophezeit Snapchat einen Umsatz von 1 Milliarde Dollar und das trotz stagnierendem Wachstum. Wir sind gespannt, ob sich die App gegen Facebook und Instagram durchsetzen kann, wann es auch für mittelständische Werbetreibende Möglich sein wird Werbung zu schalten und die für 2017 gesteckten Ziele erreicht werden.

Stories bald auch bei Facebook

Apropos Facebook. Mark Zuckerberg sorgte für einen kleinen Skandal, als er sich dafür entschied die (Snapchat-)Story-Funktion auf die Plattform Instagram zu kopieren und den Druck auf die Konkurrenz-App Snapchat zu erhöhen.

Jetzt kommen die Stories auch auf Facebook, wieder als Kopie, wieder als alleinstehendes Feature. Die Stories werden also nicht im normalen Newsfeed angezeigt, sondern kleben nach dem öffnen der App ganz oben am Bildschirm.

Zur Zeit wird das neue Feature mit einer Nutzergruppe in Irland getestet, was darauf schließen lässt, dass wir in den nächsten paar Wochen auch in den Genuss von Stories unserer Facebook-Bekanntschaften kommen.

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Was das für die Story-Funktion bei Snapchat, oder sogar für Instagram, bedeutet, wird die Zeit zeigen. Für Werbetreibende eröffnet sich damit eine weitere Möglichkeit ihre Produkte relevant zu platzieren.

377,500 Händler nutzen Shopify

Mit Shopify wird jeder, der etwas verkaufen will, zum Onlinehändler. Shopify macht das Erstellen eines Shops sehr einfach und schnell. Angemeldet, Produkt eingestellt, fertig.

Wegen diesem simplen Prinzip nutzen immer mehr Nutzer die Plattform, um einen eigenen Online-Shop zu starten. Alleine im letzten Jahr haben sich mehr als 133.000 neue Nutzer angemeldet. 

Besonders beliebt ist die Plattform in Amerika, doch auch in Europa, insbesondere in England, fasst Shopify Fuß. Die einfache Integration via Wordpress Plugin macht die Plattform besonders für kleine Händler oder alle, die Online-Handel eben mal ausprobieren wollen, sehr attraktiv.

Lidl Express wird doch nichts

Das ambitionierte Lidl-Projekt Click & Collect, bei dem der Shopper seine Lebensmittel Online bestellt und dann im Supermarkt an der Ecke abholt, wird doch nichts.

Lidl teile mit, dass die geplanten Abhol-Minisupermärkte “Lidl Express” nun doch nicht eingeführt werden. Stattdessen will sich der Discounter auf internationale Online-Shops fokussieren. 

Lebensmittel über das Internet zu kaufen ist ein Zukunftsmarkt mit milliardenschweren Potenzial. Da ist es nicht verwunderlich, dass andere Supermarkt-Ketten auch in den neuen Markt investieren. Letzte Woche berichteten wir über den Paketzusteller DPD, der auch bald einen Lebensmittel-Lieferservice starten will.

Schafft YouTube Werbung ab?

Werbung, die sich nicht überspringen lässt. Jeder kennt sie, keiner mag sie. Die sogennanten Unskippable Ads, die vor dem eigentlichen Video oder bei längeren Videos mitten im Video starten, könnten bald Geschichte sein.

Die Google-Tochter will dieses Werbeformat schon bald einstellen. In einem Statement eines Google-Sprechers wird dieses Gerücht bestätigt: “Wir haben uns entschieden, die 30-sekündigen, nicht überspringbaren Ads ab 2018 nicht mehr zu unterstützen und uns stattdessen auf Formate zu konzentrieren, die sowohl für Nutzer als auch für Werbekunden gut funktionieren”.

Aber ganz haben sich die Unskippables nicht erledigt, denn Werbeanzeigen, die unter 30 Sekunden Laufzeit haben, werden höchstwahrscheinlich weiter für genervtes Augenrollen bei vielen Nutzern der Video-Plattform sorgen.

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