Schluss mit 08/15-Shops – Machen Sie Ihren Online-Shop unabhängiger von Amazon

Tipps für individuellere ShopsAmazon macht mehr und mehr Druck auf die Online-Händler. Das ist für Sie nichts Neues. Doch ist der Trend kaum mehr aufzuhalten, dass Amazon sich weiter in unserem Alltagsleben verfestigt. Bald werden wir auch Lebensmittel bei Amazon bestellen bzw. macht das dann Alexa automatisch für uns. Der Service wird immer weiter ausgebaut und die Konsumenten gewöhnen sich daran, Produkte direkt bei Amazon zu suchen und zu bestellen. Sie als Online-Händler kommen gar nicht erst in die Lage den Verbraucher von sich zu überzeugen – außer auf Amazon. Wie Sie dem Druck der Großen trotzen können und Ihren Umsatz drastisch steigern können, das möchte ich Ihnen in diesem Artikel verraten.

Die Fehler vieler Online-Händler

Sicherlich haben Sie sich schon die Frage gestellt „Warum sollten die Interessenten in meinem Online-Shop kaufen?“. Wenn Sie antworten können, dass Sie den absolut günstigsten Preis haben und Ihr Shop viele Besucher hat, dann lesen Sie diesen Artikel hier nur aus Vergnügen und können über die Probleme anderer nur schmunzeln. Doch wenn Sie höchstens den gleichen Preis wie auf Amazon anbieten, dann müssen Sie den Surfern wirklich gute Argumente liefern, bei Ihnen zu bestellen.

Wir Menschen tendieren immer zu bekannten Marken. Marken geben uns die Sicherheit, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu kaufen und mit dem Kauf keinerlei Fehler oder Risiken zu begehen. Denn wir wollen Fehler und Stress vermeiden.

Amazon ist eine Marke und auch wenn Ihr Online-Shop sich zu einer etabliert habt, dann hat Ihr Online-Shop höchstwahrscheinlich nicht diese Bekanntheit wie Amazon. Deshalb haben Sie zunächst einen großen Nachteil. Doch Sie können diesen Nachteil in wenigen Sekunden zu einem Vorteil wandeln!

Vom Underdog zur Cash Cow

Kennen Sie den Film „Moneyball – Die Kunst zu gewinnen“ mit Brad Pitt? Als Manager der Profi- Baseball-Mannschaft Oakland Athletics hat Billy (gespielt von Brad Pitt) nach einer durchwachsenen Saison seine besten Spieler an gegnerische Teams verloren, die wesentlich mehr Budget vorhalten konnten.

Er steckte in einer Sackgasse, wenn er nichts unternimmt wird sein Team nächste Saison absteigen. Da kam ihm die Idee einen Computernerd einzustellen und auf Basis von Spielerstatistiken neue Spieler zu kaufen, die bei anderen Teams ausrangiert wurden. Niemand glaubte an ihn. Er war der Underdog mit einer ungewöhnlichen Idee.

Was meinen Sie: Wer hat nächste Saison den Titel geholt? Genau, Billy mit seinem Team. Übrigens basierte diese Geschichte auf einer wahren Gegebenheit. Was will ich Ihnen damit mitteilen? Sie sind der Underdog! Sie kämpfen gegen Konkurrenten, die ein wesentlich größeres Budget aufweisen.

Amazon hatte alleine ein Werbebudget von 7,23 Milliarden Dollar im Jahr 2016. Doch Sie haben einen großen Trumpf im Ärmel: Sie sind Experte in Ihrem Fachgebiet und können wesentlich besser auf die Kunden eingehen als solch ein Riese.

Doch leider habe ich bisher wenige Online-Shops gesehen, die sich genau das zum Vorteil gemacht haben und gleichzeitig einen guten Service bieten. Sie sind quasi das Fachgeschäft von nebenan, mit dem man fachsimpeln kann und mit dem die Kunden Ihr Geschäft in Verbindung bringen. Sie sind das Gesicht, die Persönlichkeit Ihres Shops. Doch wird das ersichtlich?

Schluss mit 08/15! 5 Tipps für einen erfolgreichen Online-Shop

1. Verwenden Sie keine Stockphotos (lizenzfreie Bilder)

Vermutlich kennen Sie die Portale, wie Fotolia & Co., auf denen Sie preiswert Bilder einkaufen können. So ein Bild ist schnell gekauft und eingebaut. Doch das Problem daran ist: Das sind Sie nicht – Sie täuschen Ihre Interessenten und Kunden!

Persönlichkeit und Kundennähe ist Ihr Vorteil gegenüber Amazon, doch mit Stockphotos machen Sie genau das Gegenteil. Lassen Sie daher sich und Ihre Mitarbeiter fotografieren. Ein gutes Beispiel dafür ist https://wildling.shoes/, die nicht nur die Produkte in Aktion zeigen, sondern auf https://wildling.shoes/ueber-uns/ auch viel von sich und ihrer Philosophie preisgeben. Das macht den Shop authentisch und erzeugt Vertrauen.

wildling.png

Quelle: https://wildling.shoes/ueber-uns/

 

2. Bieten Sie einen besseren Service

Welchen Mehrwert können Sie Ihren Shopbesuchern liefern, den sie bei Amazon und anderen Shops nicht erhalten? Damit meine ich nicht unbedingt, dass die Interessenten Sie anrufen können. Denn das ist fast Standard und wird als selbstverständlich erachtet.

Der Online-Shop von Peddy Shield (https://www.peddy-shield.de/) macht es vor: Durch diverse Konfiguratoren (https://www.peddy-shield.de/sonnensegel-massanfertigungen/) können Besucher ihr individuelles Sonnensegel oder einen Balkonsichtschutz zusammenstellen.

peddy-shield.png

Quelle: https://www.peddy-shield.de/konfigurator-gerade-sonnensegel-massanfertigung.html

Anderes Beispiel: https://www.naehszene.de hat durch eine Kooperation die Möglichkeit geschaffen bei jedem Kauf einer Nähmaschine kostenlos einen Online-Videonähkurs zu belegen. Das ist für die Interessenten etwas, was es auf anderen Shops so nicht gibt. Der Aufwand war gering, der Mehrwert für die Kunden hoch.

 

3. Sorgen Sie für Vertrauen durch ein direkt sichtbares Bewertungssiegel

Wenn Besucher auf Ihren Shop kommen, entscheiden diese innerhalb von wenigen Sekunden, ob sie auf Ihrem Shop bleiben oder nicht. Viele Interessenten kennen Ihren Shop nicht und überlegen, ob sie Ihnen trauen können. In der heutigen Zeit ist es unerlässlich vertrauensvoll zu sein, denn Besucher sind unbekannten Shops in erster Linie sehr vorsichtig, wenn nicht misstrauisch.

Zu oft hört man von Betrügern, von nicht geliefert oder mangelhaft Ware und vom schlechten Service bei einer Reklamation. Deshalb sind vertrauenserweckende Elemente für Shops so wichtig. Vielleicht ist Ihnen dieser Punkt nicht neu, doch haben Sie Ihr Trusted Shops-Siegel auch prominent im direkt sichtbaren Feld platziert – so, dass der Besucher nicht erst scrollen muss?

Ein üblicher Platz dafür ist oben im Kopfbereich oder rechts unten – das Siegel läuft beim Scrollen mit. Weitere Siegel von Verbänden, Zahlungsanbieter oder Auszeichnungen können Sie im Fußbereich platzieren.

naehszene.png

Quelle: https://www.naehszene.de/

 

4. Erzählen Sie Ihre Gründungsgeschichte

„Jetzt mal langsam – wen soll das denn bitte interessieren? Unsere Gründungsgeschichte ist doch nichts Besonderes.“ Das höre ich bei meinen Kunden immer wieder. Ich sage: „Doch, das ist sie. Jede Gründungsgeschichte ist etwas Besonderes.“

Und wenn man sie zu erzählen versteht, dann wird sie auch gelesen. Storytelling ist aber eines nicht: eine langweilige Aufzählung der Firmenhistorie. Sie wissen schon: Gegründet – 1899; Fusion mit Firma XY im Jahr 1956; Erweiterung der Geschäftstätigkeit zur Jahrtausendwende … Gähn! Das interessiert wirklich niemanden.

Trotzdem würden wir gerne eine kleine Geschichte über das Unternehmen erfahren, die wir im persönlichen Gespräch erzählen können. Gerade mit einer gut erzählten Geschichte differenzieren Sie sich klar von Ihren Wettbewerbern. Ich ermutige Sie deshalb, Ihre eigene Geschichte zu schreiben oder, wenn Sie sich das nicht zutrauen, sie schreiben zu lassen. An diesen fünf Bausteinen können Sie sich in Ihrer Geschichte orientieren (Sammer, P. (2014). Storytelling. Die Zukunft von PR und Marketing. Köln: O’Reilly.): 

  • Warum gibt es Ihr Unternehmen? Was sind Ihre Motive? (Erzählen Sie die Geschichte aus Kundensicht, nicht aus Ihrer).
  • Wer ist der Held? (Nicht Sie, sondern Ihr Kunde).
  • Was war das Problem, das es zu lösen galt?
  • Beschreiben Sie die Situation emotional, weniger mit Fakten und Daten.
  • Verfassen Sie die Geschichte so, dass man sie mündlich weitererzählen kann.

Ein gutes Beispiel für solch eine Story finden Sie auf http://www.moleskine.com/de/moleskine-world.

 

5. Führen Sie einen Blog, um sich zu einem Experten zu machen

Es reicht oft nicht aus zu behaupten, dass Sie der Experte in Ihrem Themengebiet sind. Sie müssen es demonstrieren. Erst dann wird es glaubwürdig! Daher empfehle ich Ihnen Inhalte zu schaffen, die Sie beispielsweise auf einem Blog publizieren.

Ein Blog ist ursprünglich ja ein Online-Tagebuch, doch mittlerweile wird es mehr als Content-Plattform gebraucht. Sie müssen nicht zwingend täglich neue Blogartikel schreiben, wichtig ist nur, dass Sie es regelmäßig machen.

Der Vorteil von solch einem Blog ist außerdem, dass Sie für die Inhalte auch in Google gefunden werden können. Die Surfer gelangen auf Ihren Blog, erkennen Ihr Fachwissen und stöbern weiter auf Ihrem Shop. Doch achten Sie darauf, dass Ihr Blog keine direkte Verkaufsplattform ist.

Geben Sie den Lesern einen Mehrwert, bieten Sie Ratgeber an. Wird es zu werblich, vergraulen Sie die Interessenten. Bestes Beispiel für einen guten, informationsreichen Content ist der Blog von Otto: https://www.otto.de/twoforfashion/

 

Weitere Tipps gibt Bastian Sens in seinem neuen Buch „Schluss mit 08/15-Websites". Auf seiner Webseite stellt er außerdem ein Probekapitel zur Verfügung.

Zeigen Sie auch lokal Ihre Individualität – mit Pop-up Stores!

Pop-Up Stores im Faktencheck. Jetzt kostenlos Whitepaper herunterladen!

10 Kommentare