Shop-SEO 2017 – Experten verraten, worauf es heute ankommt

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Wir haben die Top-Speaker des SEOday 2017 interviewt und zum Thema “Shop-SEO” befragt und wollten insbesondere wissen, was sich in den letzten Jahren geändert hat.

 

Markus Hövener, Bloofusion

Der große Unterschied besteht wohl darin, wie gut die Shop-Systeme mittlerweile in Bezug auf SEO geworden sind. Vor zehn Jahren musste man sich um Sachen wie sprechende URLs oder anpassbare Seitentitel häufig noch massiv kümmern. Heutzutage ist das bei den meisten Shop-Systemen einfach Standard - und das ist sehr angenehm.

 

Frank Hohenleitner, catbirdseat 

Effizientere Bereitstellung von Produkten, insbesondere Filter und Varianten, um das Crawling Budget sinnvoll einzusetzen.

 

 

Kaspar Szymanski, searchbrothers

Die technischen Anforderungen in Sachen SEO sind heute deutlich anspruchsvoller als vor einigen Jahren. Server-Response, Page Speed, HTTPS Implementierung usw. sind extrem wichtig geworden. Alles was einen Shop schneller macht kann sich auf die Sichtbarkeit bei Google, insbesondere in sehr umkämpften Branchen, positiv auswirken.

Natürlich nutzt eine technisch gut optimierte Shop Site wenig, ohne ein klares Alleinstellungsmerkmal, dass auch den Nutzern gegenüber klar kommuniziert wird. Letztendlich sind Nutzer heute wesentlich versierter als das noch vor zehn Jahren der Fall war.

 

Markus Tober, searchmetrics

Während Shop SEO vor 10 Jahren hauptsächlich aus der Optimierung von internen und externen Links bestand und zusätzlich noch der Optimierung der Templates, ist Shop SEO heutzutage davon abhängig als Shop hervorzustechen. Sprich als Shop musst du konkurrenzfähig sein und kannst es nur wenn du nicht nur ordentliche Strukturen und saubere Templates hast, auch solltest du Mehrwert liefern in Form von Content und vernünftiger Customer Retention.

 

Gero Wenderholm

Ich erinnere mich, dass anno 2007 viele Shop-Systeme grauenhaften Quellcode produzierten und vor Crawlingfallen nur so strotzten. Die Hauptaufgabe bestand darin bei Entwicklern und Webdesignern ein grundsätzliches Verständnis für SEO zu schaffen. Die übrige Zeit hat man sich darum gekümmert, irgendwo im Shop belanglose Texte zu platzieren und möglichst viele (Pagerank-) starke Links aufzubauen.

2017 muss man nicht mehr über die wirtschaftliche Notwendigkeit von Suchmaschinenoptimierung streiten und viele Shops bringen eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten für SEO mit. Auch die Fortschritte in der Webanalyse haben ihr übriges dazu beigetragen, dass wir uns heute mehr mit der Zielerreichung für Nutzer und der Wechselwirkung mit anderen Marketing Kanälen beschäftigen. Dennoch begegnen einem bestimmte Basics auch heute noch.

 

Stephan Czysch

Während die Grundlagen des SEO nahezu gleich geblieben sind, hat sich der Wettbewerb deutlich intensiviert. Durch die insgesamt gesteigerte Komplexität des Online-Marketings ist es für kleinere Shops schwieriger geworden, Schritt zu halten. Der Ressourcenvorteil, häufig gepaart mit einer größeren Markenbekanntheit, lässt das SEO-Pendel immer stärker Richtung größerer Shops ausschlagen.

Vor 10 Jahren war SEO aus meiner Sicht auch deshalb „leichter“, weil weit weniger Shops die Kombination aus z.B. Kategorie + Marke gezielt optimiert hatten. Durch den geringeren Wettbewerb hat man schnell für Begriffe wie „adidas Sneaker“ gute Platzierungen erzielt. Zudem war man mit solchen Keywords im Vergleich zu Sneakern, auf dass damals alle optimiert haben, wesentlich näher an der Konversion. Zusätzlich ist SEO unter dem Gesichtspunkt „Technik“ wesentlich anspruchsvoller geworden.

 

Julian Dziki, seokratie

Im Jahr 2007 konnte man mit Onpage-Optimierung und Linkbuilding alleine gute Resultate liefern und auch einen qualitativ nicht hochwertigen Shop auf die erste Position bringen. 2017 sollte der Nutzer an erster Stelle stehen. "Tricksereien" sind zumindest langfristig nicht mehr möglich.

Onpage-SEO hat an Bedeutung stark gewonnen, Linkbuilding stark verloren. Große zusätzliche Bedeutung haben alle "weichen" Rankingfaktoren bekommen: Allgemeine Bekanntheit und Beliebtheit des Unternehmens, Social Media, Usability und generell, wie gut der Online Shop den Nutzer zufriedenstellt. Diese Faktoren kann man nur dadurch beeinflussen, indem man wirklich ein besserer Online Shop wird.

 

Mareike Doll, luna-park

Ich mache noch keine 10 Jahre SEO, aber die Entwicklung, die ich in den letzten Jahren mitbekommen habe, zeigt, dass die Optimierung immer detaillierter wird und Google mehr Wert auf Qualität als Quantität legt. Das fängt beim Linkaufbau an und hört auch beim Content noch nicht auf.

Viele manipulative Tricks funktionieren heute nicht mehr. Wer zum Beispiel seine Sichtbarkeit durch massiven Linkaufbau erzielt hat, wird es heute sehr viel schwieriger haben, gute Rankings zu erlangen. Google ist bemüht, dem Nutzer das individuell auf ihn passende Suchergebnis auszuspielen, abhängig von seinem Standort und dem Gerät, über das er sucht.

Die personalisierte Suche sorgt für Änderungen in der Optimierung. Immer mehr Bedeutung kommt auch der Suchintention zu. Nicht dass diese 2007 nicht auch schon wichtig gewesen wäre, aber Google ist inzwischen deutlich besser darin sie einzuschätzen. Shop-Betreiber stellt dies vor die Herausforderung, passende Inhalte zu liefern.

Doch nicht nur Google verändert sich. Der Wettbewerb auf dem Online-Markt ist inzwischen viel größer als noch vor 10 Jahren. Es ist also wichtig, sich von der Konkurrenz abzuheben, die Vorzüge des eigenen Shops hervorzuheben und auch seine eigene Marke zu positionieren. Gerade Online-Shops, die noch nicht so bekannt sind, können durch gute Inhalte rund um ihre Produkte das Vertrauen der Nutzer und sie so auch als Kunden gewinnen.

 

Nils Kattau

Heute dreht sich (erfreulicherweise) sehr vieles um die Zufriedenstellung des Nutzers und die Optimierung der User Experience. So werden heute Nutzersignale und - interaktion immer wichtiger. 2007 hatte das kaum jemand auf dem Schirm.

 

Bastian Grimm, peak ace

Die Zeiten vom erfolgreichen SEO mit "Links und stupiden Texte unten auf den Kategorieseiten" sind vorbei. User Experience is Key - erfülle ich nicht die Erwartungshaltung des potenziellen Käufers, habe ich diesen schneller Verloren als er/sie A(mazon) sagen kann...

 

Maik Metzen, performics

Während früher reine transaktionale Seiten wie Kategorieseiten mit minderwertigen Inhalten im Fokus standen, so entwickeln sich die heutigen Shops zu richtigen Kaufberatern. Dafür benötigt man qualitativ hochwertige Inhalte, insbesondere bei informationalen Themen.

Das ist aufwendiger - aber am Ende des Tages ist das Seeding dadurch einfacher und man erhält viele natürliche Verlinkungen auf die relevanten Inhalte. Früher war das Bestreben groß, maximal viele Verlinkungen für die transaktionalen Seiten zu generieren, was in der Praxis dazu geführt hat, dass die Links eher unnatürlich wirkten. Möchte man heute zudem beim Thema Voice Search von sprachbasierten Suchen profitieren und die Brand Awareness steigern, sind nahezu perfekte Inhalte für die Zielgruppe notwendig.

Im Vergleich zu früher ist Shop-SEO daher viel facettenreicher und aufwendiger geworden - und es müssen mehrere Abteilungen an der richtigen Strategie mitwirken.

 

Johannes Beus, Sistrix

Der Wettbewerb ist deutlich härter geworden - war es 2007 noch eine absolute Ausnahme, dass Shops oder auch Preisvergleiche überhaupt SEO betrieben haben, kann eine gute bis sehr gute SEO-Arbeit heute als Voraussetzung in der Branche angesehen werden. Auch ist es so, dass Google-Anzeigen in den Suchergebnissen präsenter sind und Integrationen wie Google Shopping dazu gekommen sind. Gleichzeitig ist aber natürlich auch das Suchvolumen für viele Keywords deutlich gestiegen, so dass SEO weiterhin sehr lohnend ist.

 

Fionn Kientzler, suxeedo

Damals war die Optimierung nicht so Multidimensional. Heute sprechen wir stärker über User Experience und darin enthalten ist die Informationsarchitektur, die User Interface aber auch der Content und im Zusammenspiel dieser Faktoren das User Engagement. Die Experience also die Kombination aus Erfahrungen und Gefühlen des Users die dann wiederum seine Interaktion prägen erfordert ein viel feineres Verständnis der User Psychologie. 

 SEO für Online-Shops

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