E-Commerce kompakt #4: Paypal & Amazon greifen an

17.02.2017, 2m

blogTitle-mobilePayment.jpg
Paypal, Amazon und Facebook drängen aggressiv auf neue Märkte. Paypal will lokal relevanter werden, Amazon mischt die Zahlungs-Anbieter auf und Facebook attackiert YouTube mit eigener TV-App. In der vierten Ausgabe von E-Commerce kompakt berichten wir über die Online-Giganten und wie DPD in den Lebensmittelhandel einsteigen will.

Paypal kauft ein, um neue Kunden zu gewinnen

Paypal ist bereit für das Kanadische Unternehmen TIO 233 Millionen Dollar zu bezahlen und erhofft sich so eine neue Zielgruppe zu erschließen.

Durch den Erwerb von Tio erhofft sich Paypal-CEO Dan Schulman das Bezahlen von Rechnungen in die weltweit agierende Bezahlplattform zu intergrieren und vereinfachen. Mit Paypal Cash und dem einfachen Bezahlen per Smartphone an der Tankstelle, Kiosk oder sogar von der monatlichen Strom- oder Handyrechnung, will Paypal einen größeren Teil im finanziellen Alltag der Kunden einnehmen.

Weltweit haben mehr als 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu kostengünstigen Finanzdienstleistungen, was es Nutzern erschwert, einfache Zahlungen, wie zum Beispiel das Bezahlen von Rechnungen, durchzuführen. TIOs digitale Plattform und lokale Präsenz soll die Zahlung von Rechnungen schneller, leicher und kostengünstiger machen, so Schulman. 

Wann und ob diese Funktionen auch in Deutschland verfügbar werden ist noch unklar, aber zu erwarten.

Facebook attackiert Xing, LinkedIn, Monster und Co. 

Der Social Media Gigant erschließt ohne Ende neue Märkte. Diesmal will Facebook CEO Mark Zuckerberg den großen Jobsuche-Portalen den Rang ablaufen. Unternehmen könnten bald damit beginnen offene Stellen kostenlos bei Facebook einzustellen, auf die sich Jobsuchende dann direkt auf der Plattform bewerben können.

Diese neue Funktion richtet sich hauptsächlich an kleinere Unternehmen, die sowieso schon Werbung auf Facebook schalten und so Stellenausschreibungen prominent in dem Newsfeed passender Kandidaten platzieren könnten. Trotzdem stellt Facebook damit einen ernstzunehmenden Konkurrenten zu bereits etablierten Jobsuche-Portalen dar.

Amazon Payments auf Höhenflug 

Amazon ist einer der größten Online-Shops. Deswegen kommt Pay with Amazon auch so gut bei den Kunden an. Die Möglichkeit sein Amazon-Konto zu nutzen, um in den teilnehmenden Shops zahlen zu können, ohne sensible Daten nochmal einzugeben, klingt verführerisch. 

Nach eigenen Angaben von Amazon wurden ca. 32% der Transaktionen im Vorjahr per Mobilgerät abgewickelt und der durchschnittliche Bestellbetrag liegt bei Amazon Payments bei ca. 80 Dollar. Pay with Amazon wurde von Kunden aus 170 Ländern genutzt, von denen mehr als 50% Prime-Nutzer sind.

Unbestätigten Angaben zufolge wurden doppelt so viele Zahlungen per Amazon Payments getätigt, als noch im Jahr zuvor. Ebenso wurde von einer möglichen Kooperation von Paypal und Amazon berichtet.

Was bedeutet das für Shopbetreiber? Amazon Payment als weitere Zahlungsart anzubieten und in den eigenen Shop zu integrieren ist einfach, ganz nach Amazon Philosophie. Trotzdem will Amazon, ähnlich wie Paypal, eine Gebühr für jede Transaktion.

Essen vom Paketdienst

Lebensmittel online bestellen und geliefert bekommen. Dieses Konzept wird schon von ein paar Lebensmittel-Händlern und Supermärkten verfolgt. 

Jetzt will aber auch der Paketdienst DPD in den lukrativen Zukunftsmarkt einsteigen. Anstatt aber auf ein volles Lebensmittel-Sortiment zu setzen, wie es ein großer Teil der Konkurrenz tut, will der Paketdienst zum Beispiel fertige Kochboxen von Hello Fresh ausliefern.

„Wir sind überzeugt davon, dass im Online-Lebensmittelmarkt enorme Potenziale liegen.“, so DPD-Chef Andreas Reß. Ab dem Sommer will das Unternehmen mit anderen Lebensmittel-Herstellern zusammenarbeiten und für diese ausliefern.

Neben dem Amazon Fresh-Projekt müssen die Supermarkt-Giganten und Lebensmittel-Händler sich nun auf einen weiteren starken Konkurrenten einstellen, der versuchen wird sich Marktanteile zu sichern.

Facebook TV

Das Facebook immer mehr auf Video setzt, wird deutlich sobald der Newsfeed geöffnet wird. Videos von Baby-Katzen, lustige Videos, ernste Videos — Video und Facebook gehört spätestens seit 2016 zusammen.

Passend dazu hat Facebook verlauten lassen, dass zur Zeit an einer App gearbeitet wird, die auf Smart-TVs und Settop-Boxen (Apple TV, Amazon Fire-TV Stick, etc.) zu Hause sein wird.

Für alle, die Werbung auf Facebook schalten, heißt das also, dass sie bald auch Werbung auf dem Fernseher buchen können und Kunden also direkt auf dem Sofa erreichen können. Das erinnert sehr an klassische TV-Werbung.

Ein weiterer aggressiver Schritt in Richtung Google und vor allem YouTube. Facebook Video wird immer beliebter, während YouTube aktuell um die Aufmerksamkeit der Nutzer kämpfen muss.

 

Wollen Sie immer auf dem Laufenden bleiben? Dann melden Sie sich doch zu unserem kostenlosen Experten-Newsletter an!

Experten-Newsletter

Machen Sie sich Sorgen wegen Amazon Pay? Werden Sie bald mit Facebook auf Fernsehern Werbung schalten? Welche Themen interessieren Sie besonders? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen!