Corona-Checkliste für Shopbetreiber: Herausforderungen & Chancen

17.03.2020, 6m

Erfahren Sie in dieser übersichtlichen Checkliste, wie Sie als Shopbetreiber*in in Zeiten des Coronavirus (COVID-19) am besten reagieren sollten, worauf Sie achten müssen und wo Ihre Chancen liegen.

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Corona-Checkliste für Shopbetreiber: Chancen und Herausforderungen

Zeigen Sie, dass Ihr Shop vertrauenswürdig ist

Damit das Geschäft trotz sozialer Einschränkungen und Home Office weiterläuft, müssen Sie Ihrer Kundschaft signalisieren, dass Ihr Shop vertrauenswürdig ist.

Es ist wahrscheinlich, dass in den nächsten Tagen und Wochen immer mehr Menschen online bestellen. Aber auch das Mißtrauen wächst.

Fragen wie „Kommt mein Paket an?“ oder „Kann ich dem Shop vertrauen?“ werden nun häufiger gestellt, da mit dem Virus auch viele dubiose Shops aus dem Boden geschossen sind, die Masken oder stark rabattierte Produkte anbieten – aber nicht liefern.

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Hier ein paar Tipps:

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Shop mit einem SSL-Zertifikat verschlüsselt ist

  • Bieten Sie viele verschiedene vertrauensvolle Zahlungsmethoden an. In Deutschland sind die beliebtesten Zahlungsarten Paypal, Kauf auf Rechnung und Lastschrift, sowie der Ratenkauf ist nicht zu unterschätzen.

  • Zeigen Sie mit einem Gütesiegel und Kundenbewertungen, dass potentielle Kundinnen und Kunden in Ihrem Online-Shop sorglos einkaufen können.

  • Ihre Kundschaft hat ein besseres Gefühl, wenn sie sehen, dass Sie Kunden-Support anbieten. Achten Sie also darauf, dass interessierte Käufer*innen einfach Kontakt zu Ihnen aufbauen können und verstecken Sie die Kontaktmöglichkeiten nicht.

  • Auch die Datenschutz-, Impressum-, AGB- und weitere Seiten sollten leicht auffindbar sein.

  • (Falls möglich!) Geben Sie Ihren Kunden und Kundinnen die Garantie, dass Ihr Paket auch wirklich ankommt und sie keine Sorgen haben müssen, dass das Geld nicht verloren geht.

Herausforderungen und Chancen im Customer Management

Die aktuelle Situation bringt für jedes Unternehmen viele neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen. Um als Gewinner-Shop aus der aktuellen Lage hervorzugehen, sollten Sie jedoch einige Punkte beachten.

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Denken Sie daran, dass gerade jetzt neue Kund*innen Ihren Online-Shop entdecken könnten. Damit Sie jedoch direkt zu Fans werden, muss gewährleistet sein, dass die Customer Journey ausgezeichnet ist. Weswegen folgende Punkte – besonders aktuell – sehr wichtig sind, damit Ihre Kundschaft nicht enttäuscht wird.

  • Falls sich Ihre Lieferzeiten ändern, Ihr Kunden-Support begrenzt verfügbar ist oder sich andere Faktoren in Ihrem Unternehmen zeitweise ändern, sollten Sie das Ihrer Kundschaft mitteilen, um Sie nicht mit Verzögerungen zu enttäuschen. Seien Sie also proaktiv und transparent mit den Informationen, die Sie an interessierte Käufer*innen weitergeben.

  • In diesem Sinne: Passen Sie Ihre Lieferzeiten an, je nach aktueller Lage und Situation. Sind bisher noch alle Abläufe des Warenmanagements unbeeinträchtigt, sollten Sie auch dies offen kommunizieren, da es für mehr Vertrauen sorgt und eine gute Marketing-Botschaft ist.

  • Haben Sie jedoch einen Plan und Prozesse, die aktiv werden, falls es sich Lieferungen plötzlich doch verzögern.

  • Laut dem Robert Koch Institut überlebt das Virus nicht lange auf Oberflächen. Falls Ihr Produkt aus China geliefert wird, versichern Sie Ihrer Kundschaft, dass nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

Marketing in Zeiten der Krise

„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ – Henry Ford

Die erste (verständliche) Reaktion in so einer Situation ist Geld zu sparen und unnötige Kosten zu minimieren. Viele Unternehmer*innen halten deswegen ihre Werbeanzeigen an und versuchen so Geld zu sparen.

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Klar. Werbeanzeigen und Rabatte müssen auf diese besondere Situation angepasst werden, aber ein Werbestop ist wahrscheinlich keine gute Idee, da Sie so auch keine neuen Kunden und somit keinen neuen Umsatz erzeugen.

Aus diesem Grund prüfen Sie, ob...

  • ... ihre Anzeigen sinnvoll sind. Eventuell sollten Sie manche Kampagnen anhalten und dafür stärker auf andere setzen – bewerben Sie also lieber eine kuschelige Decke anstatt des Nackenkissens für Flugreisen.

  • ... es neue Chancen für Keywords oder Interessen gibt, die Sie mit Ihren Produkten abdecken können.

  • ... Ihre Werbetexte optimierbar sind. Informationen wie „Lieferung garantiert“ könnten die CTR verbessern.

Auch wichtig: Vergessen Sie nicht Ihre Bestandskunden!

  • Nutzen Sie CRM-Kampagnen und Newsletter, um Ihre Bestandskunden und -Kundinnen auf Ihr Angebot hinzuweisen. Stellen Sie Produkte vor, deren Kauf auch in Zeiten von Social Distancing sinnvoll ist.

  • Überdenken Sie Ihre Rabatt-Strategie. Natürlich können Rabatte dabei helfen schnell den Umsatz zu steigern und den Lagerbestand zu minimieren. Falls es jedoch bei Nachlieferungen zu Verspätungen kommt, enttäuschen Sie möglicherweise viele Kunden, weil Sie Ihre Ware „verschleudert“ haben und nicht liefern können. Behalten Sie also einen kühlen Kopf und überlegen Sie sich, ob Rabatte aktuell für Ihren Online-Shop angebracht sind.

  • Smart Discounting: Wenn sich das Werben mit Rabatten nicht vermeiden lässt, sollten Sie auf Smart Discounting setzen. Bieten Sie also verschiedenen Zielgruppe verschiedene Rabatte an – z.B. stärkere Rabatte für Neukunden, prozentuale Rabatte für Käufe über einem gewissen Warenwert oder Coupons für den nächsten Kauf an, um neue und bestehende Kund*innen zum Kauf zu motivieren.

  • Generell sollten Sie sich bei der Bewerbung Ihrer Produktpalette auf Ware  fokussieren, die eine gute Marge abwirft, um den Cashflow möglichst stabil zu halten. Setzen Sie auch in dieser Zeit verstärkt auf Upselling und Produktempfehlungen.

Vergessen Sie nicht, Ihren Shop und die Produktauswahl zu optimieren

  • Überdenken Sie Ihre Produktauswahl, die Sie auf Ihrer Homepage präsentieren. Passen Sie sie gegebenenfalls an, um Produkte vorzustellen, die in der aktuellen Lage am meisten Sinn machen. Bewerben Sie Produkte, die genutzt werden können, auch wenn Ihre Kundschaft in den eigenen 4 Wänden feststeckt.

  • Präsentieren Sie Produkte, die gerade extrem begehrt sind (Desinfektionsmittel, Seife, Handschuhe, etc.), Produkte, die das Leben und Home Office vereinfachen (Drucker, Bildschirm, Standing Desk, etc.), sowie Produkte, die bei Langeweile helfen (Spiele, Puzzle, Bücher, etc.), da dies Produktgruppen sind, die sich aktuell am einfachsten verkaufen lassen. 

  • Ist ein Produkt nicht mehr lieferbar, können Sie ein alternatives Produkt empfehlen und Ihrer Kundschaft als gute Alternative vorstellen.

Essentiell: Der Kontakt zu Lieferanten und das Wissen über den aktuellen Lagerbestand

Auch wenn bisher noch alles relativ problemlos läuft, sollten Sie in engem Kontakt mit Ihren Zulieferern und Lieferanten stehen, um früh genug von möglichen Verzögerungen zu erfahren. Nur eine infizierte Person kann reichen, um eine Lieferkette lahmzulegen.

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  • Versuchen Sie das Risiko eines Lieferausfalls zu minimieren. Falls Sie sich auf nur einen Zulieferer oder Hersteller verlassen, wird es bereits jetzt Zeit sich nach alternativen Anbietern umzusehen und erste Kontakte zu knüpfen.

  • Falls möglich sollten Sie sich nicht auf nur ein Warenlager stützen und Ihre Ware auf verschiedene Standorte aufteilen, um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren.

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter*innen im Warenlager Sicherheitsabstand halten und sich an die Hygienevorschriften halten. Setzen Sie falls möglich auf dynamische Arbeitszeiten, um die Gesundheit Ihrer Angestellten zu schützen. 

  • Vorsicht ist besser als Nachsicht: Erhöhen Sie bereits jetzt Ihren Warenbestand, um Lieferausfällen vorzubeugen.

Andere Themen...

Ihre Gesundheit und die Ihrer Angestellten sollte die höchste Priorität haben. Ermöglichen Sie es Ihren Angestellten, wenn möglich, von zu Hause zu arbeiten und/oder dynamische Arbeitszeiten zu realisieren, damit für Kinder gesorgt werden kann.

Hier finden Sie den kostenlosen Home Office Guide von t3n.

Falls es gerade weniger zutun gibt, sollten Sie und Ihre Mitarbeiter*innen keine Däumchen drehen, sondern die Zeit nutzen, um sich weiterzubilden und interne Prozesse zu optimieren.

Fazit

Für uns alle ist die aktuelle Situation eine Herausforderung.

Natürlich hängt es von der Branche ab, aber für viele Online-Shops bringt diese neue Situation eine Menge Chancen mit sich, um Ihr Geschäft auszubauen, neue Kunden und Kundinnen zu gewinne und Bestandskund*innen zu begeistern.

Wir werden Sie in dieser schwierigen Zeit bestmöglich unterstützen,
Ihr Trusted Shops Team