Die ersten Auswirkungen der DSGVO. E‑Commerce kompakt #22

01.06.2018, 4m

Seit dem 25.05.2018 gilt die DSGVO. Die Online-Welt war sich einig: Ein schwarzer Tag für das Internet, Panik, Stress, ein großes Webseitensterben und nichts wird mehr so sein wie es war... oder? Das und mehr erwartet Sie in der 22. Ausgabe E-Commerce kompakt.

Datenschutzgrundverordnung in Europa

Wie schlimm sind die Folgen der DSGVO wirklich?

Ja, das Internet hat sich verändert, aber bisher sind die Folgen überschaubar. In einer unrepräsentativen Umfrage auf Twitter wird Enno Park darüber informiert, dass ca. 320 Webseiten & Blogs abgeschaltet wurden. Die Dunkelziffer liegt seiner Meinung noch deutlich höher.

Liste der durch DSGVO abgeschalteten Webseiten und Blogs

Weiterhin schreibt er in einem Artikel auf t3n:

Ein Verlust ist das trotzdem. Denn auch wenn die Blogs sowieso nicht fortgeführt worden wären, sind ihre alten Inhalte verloren – ein Stück Netzkulturgeschichte des beginnenden 21. Jahrhunderts. (...) Andere hätten die DSGVO auch gerne umgesetzt, beklagten aber, dass die Blogplatformen wie Blogspot sie dabei im Stich ließen.
Offenbar wurden auch viele Blogs aus dem Netz genommen, weil Gerüchte und Halbwahrheiten in bestimmten Communities stärker die Runde machten als in anderen. So schlossen auffällig viele Frauen ihre Blogs, die sich mit kreativen Handarbeiten wie Nähen beschäftigen. Aber auch kleine Vereine und ausgerechnet freiwillige Feuerwehren zeigten sich anfällig.

Vielleicht haben Sie auch schon gemerkt, dass manche US-Seiten nicht mehr ohne Probleme erreichbar sind. Webseiten wie die LA Times blockieren Nutzer aus Europa von nun an, andere haben eine Paywall für Europäer vorgeschaltet und wieder andere bieten eine abgespeckte Version der Webseite an.

times-geoblock

Screenshot LAtimes.

Doch besonders eine Meldung sorgte für Unmut bei Webseiten- & Shopbetreibern:

Oliver Engelbrecht schreibt auf GrowthUp:
Besonders schön ist, was das EU-Parlament veranstaltet. Sie nutzen Google Analytics. Und zwar so, dass die IP-Adresse komplett erfasst wird. Von Unkenntlichmachung wenigstens der letzten Ziffern keine Spur. (...) Das ist nicht erst seit heute eine datenschutzrechtliche Vollkatastrophe. Die EU-Kommission (ihr wisst schon, die deren Kommissarin für Datenschutz die DSGVO locker alleine umsetzen könnte), nimmt das Thema scheinbar nicht so genau. Denn ihre Website setzt ein Cookie, ohne den Nutzer darüber zu informieren.

So oder so,... bisher scheint es, dass alles relativ glimpflich über die Bühne gegangen ist. Viele Webseiten sind noch immer nicht DSGVO-konform, ein paar haben sich aus Angst abgeschaltet und es müssen verstärkt Einverständnis-Häkchen gesetzt werden.

Ob die DSGVO eine gute Idee war und welche Langzeitauswirkungen sie auf die europäische Wirtschaft hat, wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Als Shopbetreiber sollten Sie daher das Thema weiter verfolgen und sich informieren. Zu guter Letzt gibt Rechtsexperte Martin Rätze noch einen Tipp:

Händler sollten sich auch die Zeit nehmen, nach diesem Stress einmal durchzuatmen und in aller Ruhe noch einmal durchschauen, ob jetzt alles getan ist, was man erledigen konnte und musste.

Damit Sie noch einmal überprüfen können, ob Sie alles erledigt haben, finden Sie hier unsere kostenlose Checkliste. Hoffentlich können Sie hinter alle Punkte einen großen Haken setzen und wie gewohnt Ihrem Geschäft nachgehen.

DSGVO-Checkliste

55% der Shopper kaufen über Social Media

Ein neuer Report von Avionos zeigt, dass Influencer selbst zwar keine großen Auswirkungen auf Online-Shopper haben, Social Media selbst für Kaufentscheidungen jedoch sehr wertvoll ist.

Denn in der Umfrage mit mehr als 1.400 Teilnehmern, gaben 55% an schonmal via einem Social Media Kanal gekauft zu haben. Davon gaben 40% der Befragten an, über Facebook eingekauft zu haben, 13% haben schon über Instagram geshoppt und 12% über Pinterest.

Erstaunlich: 60% der Befragten gaben an, noch nie ein Produkt gekauft zu haben, das von einer Berühmtheit oder einem Influencer beworben wurde. Nur 9% sagten aus, dass Influencer-Werbung zu einem Kauf geführt hat.

Auf die Frage, auf welche Empfehlungen sie am ehesten reagieren werden, antworteten 27% der Befragten, dass sie sich für Produkte entscheiden würden, die von anderen Shoppern empfohlen und für gut befunden worden.

 

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Kundenbewertungen sorgen für mehr Umsatz

 

Online-Shopping während der Arbeit?

Eine neue Studie von Namogoo hat gezeigt, inwieweit die Verbraucher bei ihren Online-Einkäufen Multitasking betreiben.

In einer Umfrage unter 1.300 US-Verbrauchern gab die Mehrheit der Befragten an, dass sie sich beim Online-Shopping in der Regel einer weiteren Aufgabe widmen.

57,2% der Befragten gaben an, dass sie während der Arbeitszeit einkaufen, und 50,6% gaben an, dass sie online-shoppen während sie mit der Ausführung von Haushaltstätigkeiten beschäftigt sind. Unterdessen gaben 46,38% an, dass sie online einkaufen, während sie im lokalen Geschäft einen Preisvergleich durchführen.

Interessant: Der Bericht hebt auch den frustrierendsten Teil des Online-Shoppings hervor. Das mehrmalige Ausfüllen derselben Informationen war die meistgenannte Frustration der Verbraucher, dicht gefolgt von einem Zurück-Button, der nicht zur vorherigen Seite zurückkehrt.

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