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7 Erkenntnisse aus dem Gespräch zwischen SNOCKS und Trusted Shops

Johannes Kliesch und André Neubauer im Podcast-Gespräch

Was bedeuten 3,7 Sterne wirklich? Wie gefährlich sind Fake Shops im Zeitalter von KI? Und wird Vertrauen im Online-Handel gerade komplett neu definiert?

André Neubauer, Chief Technology Officer von Trusted Shops, war zu Gast im Podcast von Johannes Kliesch, dem Geschäftsführer und Mitgründer von SNOCKS. Wir haben einige entscheidende Erkenntnisse aus dem Talk für dich in diesem Blogbeitrag zusammengestellt. Das komplette Gespräch kannst du dir auf Spotify oder YouTube anhören, bzw. anschauen.

1. Negative Bewertungen sind nicht automatisch schlecht

Im Gespräch wird deutlich: Offene Bewertungsprofile locken vor allem unzufriedene Kundinnen und Kunden an, die negative Bewertungen hinterlassen. Das muss jedoch kein Problem darstellen. Für Konsument*innen sind auch durchwachsene Bewertungen wertvoll, da sie Orientierung bieten. Gleichzeitig sind sie für Unternehmen ein klarer Handlungsauftrag, aktiv zu reagieren und sich langfristig zu verbessern.

André-Neubauer „Wenn du dir diese Profile anschaust – wir nennen die Open Profiles, also Profile, die keine Trusted-Shops-Membership haben – dann ist es so, dass das Sentiment dort eher negativ ist. Ich glaube aber, dass das gar nicht schlimm ist. […] Und zum anderen ist das ein guter Punkt für Unternehmen, zu reagieren und dafür zu sorgen, dass sich über die Zeit das Sentiment verbessert.“
André Neubauer, Chief Technology Officer bei Trusted Shops

2. Bewertungslogiken entscheiden nicht allein über die Produktqualität

Johannes bringt es offen auf den Punkt: Ein 3,7-Sterne-Schnitt für ein Produkt auf Amazon kann sich wie ein Makel anfühlen – selbst wenn interne Qualitätskennzahlen stark sind. Mit wachsender Markenbekanntheit steigen Erwartungen und Kritik. Der Bewertungsdurchschnitt wird so zur öffentlichen Wahrnehmungskennzahl, unabhängig von operativer Realität.

Das zeigt, wie stark Plattformlogiken Marken definieren – und wie sehr Sterne in Worte übersetzt werden.

Johannes-Kliesch „Mit einem 3,7-Sterne-Schnitt auf Amazon bist du ein schlechtes Produkt. […] Dabei sehen wir in den Zahlen über die letzten zehn Jahre, dass unsere Qualität so gut ist wie nie – was NPS angeht, Retourenraten und diese Faktoren. Aber weil unsere Marke immer lauter wird, ist der Anspruch an uns viel höher.“
Johannes Kliesch, Geschäftsführer von SNOCKS

3. Externe Vertrauenssignale wirken stärker als eigene Bewertungen

Ein starkes Learning aus dem Gespräch: In Deutschland genießen externe Bewertungsinstanzen besonderes Vertrauen. Johannes beschreibt Trusted Shops als eine Art unabhängiges „Schiedsgericht“. Dieses externe Signal ist glaubwürdiger als eine selbst gebaute Erfahrungsseite.

André ergänzt, dass externe, verifizierte Erfahrungen nachhaltig auf die Marke einzahlen.

Johannes-Kliesch „Ich glaube, euer Reviews-Produkt ist unschlagbar, weil in Deutschland vertraut man niemandem so sehr wie einem externen Schiedsgericht oder Richter – wie auch immer man es bezeichnen will.“
Johannes Kliesch, Geschäftsführer von SNOCKS

4. Die Domainstruktur entscheidet über das Ranking

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Struktur von Websites. Johannes erklärt anhand eigener Erfahrungen, dass Google große, konsolidierte Domains bevorzugt. Wer Inhalte auf mehrere Seiten verteilt – etwa separate B2B-, Blog- oder Marken-Domains – verliert Ranking-Stärke.

Für Online-Shops bedeutet das: Domainstruktur strategisch denken. Sichtbarkeit ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis technischer Klarheit.

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5. KI erleichtert Fakes

Mit generativer KI wird Manipulation einfacher als je zuvor. André beschreibt, wie leicht sich massenhaft künstliche Bewertungen erzeugen lassen – inklusive eigener Landingpage. Das Problem: Solche Inhalte können im Index von Google oder Gemini landen und reale Kaufentscheidungen beeinflussen.

Das Problem besteht nicht nur bei Bewertungen, sondern auch bei Shops: Laut Verbraucherzentrale ist in den letzten zwei Jahren jede*r Achte auf eine Fake-Seite hereingefallen. Das Risiko von Fake-Shops wächst exponentiell und sorgt für ein strukturelles Vertrauensproblem.

6. Der #trstd login schützt vor Fake-Shops

Als Antwort auf die wachsende Bedrohung durch Fake Shops hat Trusted Shops den #trstd login entwickelt. Er ermöglicht Kund*innen per Verifizierung sicherzustellen, dass sie sich auf der echten Website eines Unternehmens befinden. Der Check funktioniert über ein persönliches #trstd secret, das nicht kopiert werden kann. Ziel ist es, Markenmissbrauch und Phishing strukturell zu verhindern.

André-Neubauer „Die Konsumenten vor Fakes zu schützen und die Brands davor zu schützen, dass ihre Brand missbraucht wird – das ist die eigentliche Herausforderung.“
André Neubauer, Chief Technology Officer bei Trusted Shops

7. Für KI-Systeme zählt Vertrauen genauso wie für Menschen

Das Gespräch macht deutlich, dass sich der Online-Handel technologisch stark verändert – etwa durch Googles Universal Commerce Protocol und KI-gestützte Kaufprozesse. Trusted Shops sieht sich nicht als Datenlieferant, der Bewertungen „verramscht“, sondern als Vertrauensinfrastruktur. Ziel ist es, Verifikation, Identifikation und Personalisierung systematisch mitzudenken – auch für KI-Systeme.

Fazit: Online-Handel ohne Vertrauen funktioniert nicht

Das Gespräch zwischen Johannes und André zeigt: Bewertungen sind mehr als Sterne. Sie sind Wahrnehmung, Reputationsmechanismus, SEO-Faktor und zunehmend auch KI-Trainingsdaten. Gleichzeitig wächst mit generativer KI die Gefahr von Fake-Bewertungen und Fake-Shops. Vertrauen ist deshalb nicht nur ein Marketinginstrument, sondern eine tragende Säule der Infrastruktur des Online-Handels.

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13.02.26
Johannes Lemm

Johannes Lemm

Johannes Lemm ist Content Manager im B2B-Marketing von Trusted Shops. Seine Begeisterung gilt spannenden Texten über die Welt des Online-Handels.

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