Urlaub & Online-Shop? 3 Lösungen bei Abwesenheit

Das Internet hat immer geöffnet. Und wenn Sie Ihren Online-Shop nicht außerhalb der Geschäftszeiten abschalten, shoppt Ihre Kundschaft nicht nur tagsüber, sondern auch am Wochenende oder eben mitten in der Nacht. Die Bestellungen werden dann in den normalen Geschäftszeiten bearbeitet – so weit, so gut.

Was ist aber, wenn Sie als Shopbetreiber*in in den Urlaub fahren und die Bestellungen über einen längeren Zeitraum nicht bearbeiten können?

1. Jemand anderes übernimmt für Sie

Auch (oder vor allem) Shopbetreiber*innen, die den Shop alleine oder mit einem kleinem Team führen, Bestellung versenden und sich um die Fragen und Probleme der Kundschaft kümmern, brauchen Urlaub.

Im besten Falle läuft der Online-Shop einfach weiter, auch wenn Sie für ein paar Tage nicht im Hause ist. Das funktioniert aber nur, wenn entweder eine Geschäftspartnerin oder -partner für Sie übernehmen kann.

Alternativ können vertrauensvolle Angestellte den Shop-Alltag zeitweilig managen, da das meiste im besten Fall bereits perfekt automatisiert ist – z.B. automatische eBook-Downloads, automatisierte Direktlieferung per Nachricht an den Dropshipping-Provider, etc.).

Sobald es sich um einen Ein-Mann-Shop handelt, wo jedes Produkt händisch versendet werden muss, sieht das Ganze schon deutlich komplizierter aus. Eine andere Möglichkeit ist da...

2. Den Online-Shop temporär schließen

Wenn Sie sich dafür entscheiden Ihren Shop zu schließen (komplett offline), während Sie abwesend sind, sollten Sie Ihren Server nicht einfach abschalten, sondern Suchmaschinen und Nutzer*innen mit Hilfe von HTTP 503 klar machen, dass es sich nur um eine temporäre Auszeit handelt.

HTTP503 Service Unavailable Der Server steht temporär nicht zur Verfügung, zum Beispiel wegen Überlastung oder Wartungsarbeiten. Ein „Retry-After“-Header-Feld in der Antwort kann den Client auf einen Zeitpunkt hinweisen, zu dem die Anfrage eventuell bearbeitet werden könnte.


Dies ist nicht die eleganteste Methode und falls Sie sich nicht mit Web Development auskennen, empfehlen wir, dass Sie sich Hilfe von einer Expertin oder einem Experten besorgen.

Sonst riskieren Sie, dass Sie potentiellen und bestehenden Kund*innenen vor den Kopf stoßen, wenn diese Ihren Shop besuchen wollen.

Wer eine Server-Auszeit nicht korrekt aufsetzt, muss ebenso mit starken Ranking-Verlusten rechnen, da Google und andere Suchmaschinen Ihren Shop als geschlossen wahrnehmen und im schlimmsten Fall aus den Suchergebnissen entfernt.

Deswegen raten wir urlaubsbedürftigen Shopbetreiber*innenn, den Shop nicht zu schließen oder zeitweilig Offline zu nehmen, sondern eine Zwischenlösung zu wählen:

Anstatt den Shop ganz zu schließen, können Sie den Besucher*innnen Ihres Shops eine Meldung (per Overlay oder einer 302-Weiterleitung) anzeigen, die darüber informiert, dass Sie aktuell im Urlaub sind.

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Doch auch diese Option kann dafür sorgen, dass die potentielle Kundschaft sich vor den Kopf gestoßen fühlt.

Eine elegantere Lösung wäre die Urlaubs-Meldung mit einem Handlungsaufruf zu versehen, der Ihnen eventuell sogar potentielle Neukund*innen beschert, während Sie nicht da sind.

Die E-Mail-Adresse der Besucherinnen und Besicher im Tausch gegen Rabatt, Teilnahme an einem Gewinnspiel oder einem Freebie, sobald Sie wieder zurück sind.

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3. Den Online-Shop geöffnet lassen

Ihr Shop muss während Ihrer Abwesenheit nicht komplett schließen. Im Gegenteil, er kann normal weiter laufen, abgesehen von einer kleinen Anpassung: geben Sie längere Lieferzeiten an.

Den eigenen Shop geöffnet zu lassen und die Lieferzeiten zu erhöhen, klingt für viele Shopbetreiber*innen verlockender als den Online-Shop komplett zu schließen und die potentielle Kundschaft aktiv vom Kauf abzuhalten.

So besteht weiterhin die Chance, dass trotz Ihrer Abwesenheit neue Bestellungen eingehen und der Umsatz nicht komplett ausbleibt.

autor_MPI_rund.pngTrusted Shops Rechtsexpertin Madeleine Pilous gibt Tipps zu den temporären Lieferzeiten:

„Ein Hinweis zu den geänderten Lieferzeiten allein auf der Startseite Ihres Online-Shops ist nicht ausreichend, da dieser von Kundinnen und Kunden nicht zwingend wahrgenommen wird.

Auf der Suche nach einem bestimmten Produkt betreten viele Kund*innen einen Shop direkt über Übersichts- oder Produktseiten.

Um den Kunden transparent über Ihren Urlaub zu informieren, ist es empfehlenswert, einen gut sichtbaren Hinweis auf jeder Seite des Shops zu platzieren. Dieser könnte etwa wie folgt lauten:

Lieber Kunde, bitte beachten Sie, dass wir uns vom 24.12.2021 - 01.01.2022 im Betriebsurlaub befinden. Ihre Bestellungen werden ab dem 2. Januar wieder umgehend bearbeitet.

Lieferzeiten verlängern

Darüber hinaus sollten die Lieferzeitangaben entsprechend verlängert werden. Wenn Sie eine Lieferzeit von 3 - 5 Tagen angeben, dann müssen Sie diese auch einhalten. Ist dies urlaubsbedingt nicht möglich, sollten Sie die Lieferzeit entsprechend zu verlängern. Der alleinige Hinweis auf eine Abwesenheit ist nicht ausreichend.

Stattdessen könnten Sie z.B. wie folgt über die längere Lieferzeit informieren:Lieferzeit: 1 - 2 Wochen oder Lieferung zwischen 04. und 07.01.2022.

Grundsätzlich gilt: Sie sind nicht verpflichtet, Ware sofort zu versenden, allerdings müssen Sie transparent über die Lieferzeit informieren und diese auch einhalten.

Auch wenn Sie deutlich auf die außergewöhnlich langen Lieferzeiten hinweisen besteht die Gefahr, dass Kund*innen verärgert sind und eine schlechte Bewertung hinterlassen. Dem lässt sich vorbeugen, indem Sie von Anfang an offen kommunizieren:

Potentieller Kundschaft rechtzeitig Bescheid sagen

Egal, ob Sie sich dafür entscheiden Ihren Shop offline zu schalten oder ihn online lassen, um Ihren Bestandskund*innen nicht vor den Kopf zu stoßen, sollten Sie rechtzeitig kommunizieren, dass Sie für ein paar Tage nicht da sind.

Noch schnelle eine E-Mail an Ihre Kundschaft zu schreiben, kurz bevor Sie das Flugzeug in Richtung Sonne besteigen, ist eine Möglichkeit.

Deutlich besser wäre es jedoch, wenn Sie Ihre Kunden rechtzeitig über Ihre Abwesenheit informieren (und gleichzeitig noch einen besonderes Urlaubsangebot anzubieten).

So könnte die erste E-Mail schon einen Monat vor Ihrem Urlaub versendet werden, die zweite eine Woche vorher, die dritte am Vortag und die letzte E-Mail am Morgen des ersten Urlaubstages. 

Parallel sollten Sie dies auch proaktiv auf Ihren Social Media Kanälen und in Ihrem Shop (per Banner oder Pop-Up) kommunizieren.

Denken Sie daran alle wichtigen Daten und Informationen zu nennen, damit Besucher*innen und Kund*innen Ihres Shops auf einen Blick wissen, wann das normale Geschäft wieder aufgenommen wird.blogTitle-audrey_advices.jpg

Tipp: Anstatt einer unpersönliche Mitteilung, können Sie einen Blogpost schreiben in dem die wichtigen Informationen zu finden sind, aber auch der Grund der Auszeit und wo es hingeht – Transparenz macht sympathisch und kann die Kundenbindung verstärken.

Wenn Sie den Post persönlich gestalten, „verzeihen“ Ihnen die potentiellenBesucher*innen und Kund*innen viel eher, dass Sie die Bestellungen nicht direkt bearbeiten.

Fazit

Ein Urlaub ist auch für Shopbetreiber*innen möglich und es gibt verschiedene Methoden, wie sich eine Abwesenheit relativ problemlos überstehen lässt.

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29.11.21

Dan Heller

Dan Heller

Dan Heller schreibt über Online Marketing, Social Media, SEO und wichtige Neuerungen im E-Commerce-Bereich. Er ist studierter Kommunikationsdesigner und Online Marketing Enthusiast.

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