E‑Commerce kompakt #17: Millionenstrafe gegen Facebook & ein neuer Marktplatz

19.05.2017, 3m

E-Commerce kompakt Facebook Strafe und Marktplatz Otto

Warum muss Facebook eine satte Strafe an die EU zahlen, welches deutsche Unternehmen fordert Amazon heraus, wie oft checken Millennials ihr Smartphone pro Tag und wieso ist das für Shopbetreiber wichtig? Die Antwort auf all diese Fragen finden Sie in der heutigen Ausgabe von E-Commerce kompakt. Viel Spaß beim Lesen!

Diese Woche, war ehrlich gesagt, bis Donnerstag sehr ruhig und ich dachte schon, dass E-Commerce kompakt #17 eine dünne Ausgabe wird. Zum Glück habe ich mich geirrt. Facebook kriegt Ärger von der EU und die Otto Group macht einen ambitionierten Schritt Richtung Digitalisierung. Aber lesen Sie einfach selbst!

Millionenstrafe der EU gegen Facebook

Facebook und der Datenschutz - ein ewiges Thema. In 2014 kaufte der Social Media-Gigant Facebook den Messenger WhatsApp für rund 19 Milliarden Dollar.

Jetzt hat die EU-Kommission auch noch eine Strafe von 110 Millionen Euro verhängt. Dem US-Unternehmen wird vorgeworfen, dass bei der Übernahme von WhatsApp falsche Angaben bezüglich der Weitergabe von Daten gemacht wurden.

2014 hatte Facebook verlauten lassen, dass es nicht zuverlässig möglich sei, einen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten beider Dienste einzurichten.

Bei kritischen Beobachtern der Situation kommt die — berechtigte — Frage auf, warum es einem milliardenschweren Internet-Konzern abgenommen wurde, nicht in der Lage zu sein einen relativ simplen Datenabgleich zu realisieren.

Unabhängig davon, spricht Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager von einem "klaren Signal" an Unternehmen und erhofft sich , dass die Regeln der EU bei zukünftigen Übernahmen eingehalten werden.

Facebook legt keinen Einspruch gegen die Strafe ein und gibt an, dass die Fehler in der WhatsApp-Übernahme 2014 keine Absicht waren.

Ob eine Zahlung von 110 Millionen Euro einen Konzern wie Facebook, der pro Jahr mehrere Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen einnimmt, wirklich abschreckt bleibt fragwürdig.

Millennials gucken 150x auf Ihr Smartphone — pro Tag!

91% der Millennials (Menschen, die zwischen 1980 und 1999 geboren sind) geben an, dass sie eine gesundes Verhältnis zur Technologie haben. Eine Studie von Qualtrics lässt jedoch anderes vermuten.

In der Studie, an der über 6000 Menschen teilnahmen, stellte sich heraus, dass es dieser demografische Gruppe schwer fällt ein paar Stunden auf Social Media & Co zu verzichten. Ebenso fand Qualtrics heraus, dass Millennials ungefähr 150 Mal am Tag zu ihrem Handy greifen.

Ob und wie diese Entwicklung zu bewerten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Als Shopbetreiber sollten Sie folgendes aus dieser Studie lernen:

Die Aufmerksamkeit jüngerer Käufer gehört dem Smartphone und wenn Sie diese Käufergruppe aktivieren wollen, sollten Sie Ihren Shop für mobile Geräte optimieren und auf Social Media Werbung schalten.

Wenn Sie lernen wollen, wie Sie effektiv Werbung auf Facebook schalten, können Sie sich unseren kostenlosen Facebook Ads Leitfaden herunterladen:

Facebook Ads

Chatbots rentieren sich

Einer Studie von Juniper zufolge werden neue Technologien, besonders die Weiterentwicklung der Chatbots, die Service- und E-Commerce-Industrie neu definieren. Davon ist vor allem der Call Center-Sektor bedroht.

In der Studie wird von Ersparnissen von mehreren Milliarden Dollar gesprochen, die Unternehmen einsparen könnten, indem anstatt eines Service-Mitarbeiters ein Bot die Fragen der Kunden beantwortet.

Bisher werden Chatbots kaum genutzt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Aktuell sind die Chatbots noch sehr primitiv und können meist nur auf vordefinierte Fragen antworten. Sobald die Service- und Support-Bots jedoch smart werden, haben sie das Potential die Kommunikation mit Unternehmen grundlegend zu verändern.

Wir haben bereits vor kurzem über Chatbots berichtet. Wenn Sie dieses Thema interessiert, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel.

Chatbots - die Zukunft der Kommunikation?

David gegen Marktplatz-Goliath

Bei einem Konzern wie der Otto Group von einem David zu sprechen ist ein wenig anmaßend, jedoch ist der US-Konzern Amazon ein wahrer Goliath.

Früher wurde in fast jedem Haushalt der Otto-Katalog durchgeblättert — in 2017 ändert sich die Strategie. "Wir sind uns intern alle einig, dass nun wieder eine Phase ehrgeizigen Wachstums folgen muss", sagte Alexander Birken dem Handelsblatt.

Ebenso soll Otto ein "voll digitalisierter Konzern werden". Mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich, sollen digitale Geschäftsfelder ausgebaut werden.

Birken erhofft sich einen Umsatzwachstum von 800 Millionen Euro pro Jahr. Dies könnte durch den Ausbau einer großen Handelsplattform realisiert werden, auf der 5 bis 10 Millionen verschiedene Artikel angeboten werden sollen. Aktuell werden ca. 2 Millionen Produkte angeboten.

Besonders wichtig erscheint es dem neuen Chef der Unternehmens-Gruppe, dass keine anderen Plattformen nachgeahmt werden, "weder Amazon noch Ali Baba."

Wir sind gespannt, wie sich die Otto Group in der nächsten Zeit entwickelt und ob sie sich, ähnlich wie Bol.com in den Niederlanden, gegen Amazon durchsetzen kann.

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