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Rekordstrafe gegen Google. E‑Commerce kompakt #23

30.06.2017, 5m

Die EU hat eine milliardenschwere Rekordstrafe gegen Google verhangen. Weitere Themen: Mehr Umsatz durch Personalisierung, neue Kunden durch Augmented Reality, neue Klarna-Partnerschaft und die Websperre für Online-Shops. Viel Spaß beim Lesen!

Mehr Umsatz durch Personalisierung

Im neuen Qubit report wurden mehr als 2 Milliarden User Journeys und 120 Millionen Einkäufe analysiert, um herauszufinden, ob sich Personalisierung der Shopping-Erlebnisses positiv auf den Umsatz auswirkt.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Online-Shops bis zu 6% mehr Umsatz generieren könnten, wenn sie in effektive Optimierungstechniken, Personalisierung, Social Proof (z.B. Bewertungen anderer Kunden) und Verknappung (das Hervorheben von Produkten, die fast ausverkauft sind) investieren würden.

e-commerce-kompakt-personalisierung.pngQuibit Report

Besonders interessant: Im Gegensatz zu den traditionellen Optimierungsmaßnahmen können programmatische und personalisierte Shopping-Erfahrungen den Umsatz pro Shop-Besucher deutlich erhöhen. Die Studie gibt eine potentielle Umsatzsteigerung von 2x-14x an.fazit-blogpost.png

Rekordstrafe gegen Google

Bereits letzte Woche berichteten wir über die mögliche Strafe der EU-Kommission gegen den Such-Giganten Google. Jetzt ist es offiziell: Die Strafe beläuft sich auf 2.42 Milliarden Euro.

Der Grund für die Strafe? Sucht ein Nutzer nach einem Produkt werden verschiedene Kaufangebote mit Produktfotos und Preisen angezeigt, jedoch befanden sich unter den Suchergebnissen keine Ergebnisse anderer Preisvergleich-Dienste. Dieses Verhalten sei nach den EU-Kartellvorschriften unzulässig.

Laut der zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager habe der Internet-Konzern seine dominierende Position zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht.

Es drohen weitere Strafen von bis zu 5% des Tagesumsatzes für Alphabet, den Mutterkonzern von Google, wenn die geforderten Änderungen nicht in 90 Tagen umgesetzt werden. Von Einsicht kann aber nicht die Rede sein.

Seit Verfahrensbeginn kontert Google mit dem Argument, dass die “verbesserten” Suchergebnisse mit Fotos und Details die Shopping-Suche erleichterten. “Das ist keine Bevorteilung, sondern wir hören unseren Kunden zu”, erklärte Google in einem Blogpost. Die Argumentation der Kommission sei faktisch, rechtlich und wirtschaftlich falsch.

Doch mit der Milliardenstrafe ist es für Google nicht getan. Denn es laufen noch zwei weitere Untersuchungen, in denen Google vorgeworfen wird, den Wettbewerb zu verzerren.fazit-blogpost.png

Yoox startet Augmented Reality

Der Online-Modehändler Yoox geht einen Schritt Richtung Zukunft, um genauer zu sein: Augmented Reality (AR).

Richtig bekannt wurde AR durch Pokemon Go, wo die virtuellen Wesen durch die Smartphone-Kamera sichtbar wurden. Jetzt will Yoox diese Technik für sich nutzen, um vor allem Teenagern ein verspieltes und interessantes Einkaufserlebnis zu bieten.

ar-ecomkom.png

Facebook-Video Lumyer

Dazu ist der Online-Shop eine Partnerschaft mit Lumyer, eine AR-Kamera-App, eingegangen.

„Mobiltelefone stehen im Zentrum, von dem, was wir tun, und wir freuen uns sehr, mit Lumyer zusammenzuarbeiten und zum ersten Einzelhändler der Plattform zu werden,” kommentierte Yoox-Präsidentin Alessandra Rossi. “Wir glauben, dass unsere Kunden durch diese Partnerschaft ein vertiefteres und verspielteres Einzelhandelserlebnis auf ihrem Mobiltelefon genießen werden.”

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Visa investiert in Klarna

Viel los bei Klarna: Vor ein paar Tagen erhielt Klarna eine Banklizenz, nun eine Partnerschaft mit Visa.

E- und Mobile-Commerce voranzutreiben und die Erschaffung eines gemeinsamen Visa-Ökosystems, ebenso wie die Gewinnung neuer Partner. Das ist das selbst gesteckte Ziel der Partnerschaft von Visa und Klarna.

„Klarna hat ein großes Know-how im E-Commerce und gemeinsam teilen wir die Vision, dass heutige E- und Mobile-Commerce-Erfahrungen so einfach wie die in der realen Welt sein können. Visa ist überzeugt von Partnerschaften dieser neuen Generation von Partnern und Zahlungsdienstleistern, um einen sicheren und einfachen Online-Handel für Verbraucher in Europa zu schaffen. Wir freuen uns darauf, mit Klarna enger zusammenzuarbeiten, um genau das zu erreichen“, kommentiert Jim McCarthy, Executive Vice President, innovation and strategic partnerships, Visa Inc.

Aber auch CEO und Mitbegründer von Klarna meldet sich zu Wort:

„Es ist die ideale Partnerschaft: Wir ver­stehen bei­de den Privatkun­denbereich sowie den Wert von Kun­den­orientierung bei der Ent­wicklung innovativer Zahlungs­lösun­gen. Klarna bemüht sich kontinuierlich dar­um, die fort­schrittlichste Wahl an Zahlungs­lösun­gen für un­se­re Händler anzubie­ten und den Ver­brau­chern das bestmögli­che Kauf­er­lebnis zu schaffen. Die Partnerschaft mit Visa wird uns die Möglichkeit ge­ben, un­ser Pro­duktportfolio sowie auch un­se­re globale Präsenz zu stärken. Wir freuen uns über die Möglichkei­ten, die sich aus die­ser Partnerschaft erge­ben.”

Dieser Zusammenschluss wird bei anderen Zahlungsdienstleistern wohl für das ein oder andere strategische Meeting sorgen.fazit-blogpost.png

Websperre durch Verbraucherschutzbehörden

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In der nahen Zukunft haben Verbraucherschutzbehörden die Möglichkeit Internetangebote von Online-Händlern zu ändern, sperren oder ganz aus dem Netz zu nehmen, wenn diese gegen eines von 24 ausgewählten europäischen Verbraucherschutzgesetzen verstoßen. Und das ohne richterliche Anordnung.

Vor einigen Tagen einigten sich Vertreter des EU-Parlaments und den Mitgliedsstaaten auf die Anpassung der europäischen CPC-Verordnung (Consumer Protection Cooperation) und räumen damit den nationalen Verbraucherschutzbehörden mehr Rechte ein. Schon bald könnte die neue Regelung, und somit die Websperre, Realität werden. 

Die Sorge der Opposition, vor allem bestehend aus Grüne und Liberale:

EU-Regierungen könnten diese neue Rechtsprechung für sich nutzen, um unliebsame oder kritische Werbeangebote sperren zu lassen.

Preisvergleichs-Anbieter Idealo schreibt dazu auf dem Firmen-Blog:

Das käme einer Zensur gleich. Ob diese Angst berechtigt ist, wird sich also künftig zeigen, sobald die Verordnung tatsächlich Anwendung findet. Diese sieht im Übrigen die Maßnahme der Websperre als letzte mögliche Maßnahme an, wenn vorherige Verhandlungen mit dem betreffenden Händler zu keinem Ergebnis geführt haben.Nicht alle begrüßen den Vorstoß aus dem EU-Parlament.(...)

Rechtstexte

Die Kollegen vo Shopbetreiber-Blog.de berichten ausführlich über das Thema:

Dürfen Verbraucherschützer bald Online-Shops abschalten?

fazit-blogpost.pngDas waren die wichtigsten Neuerungen diese Woche. Doch bis nächste Woche ist schon wieder viel Neues passiert.

Unser Tipp: Regelmäßig bei E-Commerce kompakt reinschauen!