Der E-Commerce-Boom hält an. Doch was bringt die Zukunft? E-Commerce kompakt #35

22.09.2017, 7m

Der E-Commerce-Boom ist nicht aufzuhalten, Facebook schafft ein elementares Feature ab, die Frage nach einem neuen Google-Ranking-Signal und die Zukunft des E-Commerce. Das sind die wichtigsten Themen aus der E-Commerce-Woche. Viel Spaß beim Lesen!

Ist Shopping Cart Abandonment ein Ranking-Faktor?

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Auf Twitter wurde von dem Nutzer Michael Quoc die Frage in den Raum geworfen, ob Webseiten die viele potentielle Kunden beim Check-Out-Prozess verlieren von dem Google-Algorithmus abgestraft werden.

John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, antwortet eindeutig mit einem Nein.

Jedoch stellte er im gleichen Tweet die Frage, was gute Rankings bringen, wenn sowieso nicht gekauft wird?

Oft werden Produkte in den Einkaufswagen gelegt, die den potentiellen Kunden interessieren, abgeschlossen wird der Kauf jedoch im Endeffekt nicht. Das liegt teilweise daran, dass viele Check-Out-Prozesse zu kompliziert und langwierig sind.

Wenn Sie erfahren wollen, wie Sie Ihren Check-Out optimieren, so dass mehr Besucher auch wirklich zu Kunden werden, legen wir Ihnen unser kostenloses Whitepaper ans Herz.

Checkout Optimierung

E-Commerce boomt weiterhin weltweit

Die Zahlen aus 2016 belegen es: Das Marktvolumen des E-Commerce wächst immer weiter an und boomt geradezu im B2C-Bereich. Der Online-Handel in Deutschland wächst um 12,5%, in den USA um 14,8% und in China um ganze 26,2%.

Dieses starke Wachstum bietet auch für deutsche Anbieter neue Geschäftschancen und Möglichkeiten des Marktzugangs. Doch nicht überall sind die Voraussetzungen dieselben:

Während in industrialisierten Staaten die besten technischen Voraussetzungen gegeben sind, muss man sich anderenorts anpassen. Onlinehändler in großen Wachstumsmärkten wie Nigeria, Indien oder Mexiko müssen ihre Angebote teilweise noch auf geringe Übertragungsgeschwindigkeiten ausrichten, sagt Oliver Höflinger von Germany Trade & Invest (GTAI).

„Oftmals müssen sie auch davon ausgehen, dass Kunden Onlinebezahlungen derzeit nicht leisten können oder wollen, entweder weil sie kein Konto besitzen oder weil das Vertrauen in die Datensicherheit fehlt. Für diese Kunden muss es alternative Zahlungsmöglichkeiten geben, zum Beispiel an Kiosken oder mit Apps.“, so GTAI.

Wer also neue Märkte mit seinem Online-Shop erobern will, muss sich auf das jeweilige Land und die Vorlieben der neuen Kunden einstellen. Kundenbewertungen in der Landessprache können sich sehr positiv auf die Konversionrate auswirken. Das Thema Internationalisierung haben wir in diesem Artikel ausführlicher beleuchtet:

International verkaufen. Darauf müssen Sie bei der Lokalisierung achten!

Die Zukunft des E-Commerce

In der QVC Zukunftsstudie „Handel 2036: Wie kauft Deutschland übermorgen ein?“ wurde ein Blick in die mögliche Zukunft des E-Commerce-Sektors geworfen und zeigt auf, was die Deutschen davon halten.

So sind Drucker, die ihre Tonerkartuschen automatisch nachbestellen, für sie genauso vorstellbar wie Beratung durch Avatare oder gemeinsames Shopping mit der besten Freundin im Online-Chat.

Der Anspruch an Qualität und Individualisierung von Produkten steigt. Und auch das zeigen die Studienergebnisse deutlich:

Reale Erlebnisse sind in Zeiten der Digitalisierung von besonderer Bedeutung.

Hier sind die wichtigsten Trends und Ergebnisse im Überblick:

  1. Neue Technologien treten in Konkurrenz zum klassischen Verkäufer.
    „Wenn der Service gut und freundlich ist, ist es egal, ob ein Computer oder ein Mensch dahintersteckt“, sagen 48% der Deutschen. Rund jeder Vierte (23%) hätte nichts dagegen, in Zukunft Beratung durch Computer, Avatare, Holografien oder Roboter zu nutzen – auch in virtuellen Einkaufswelten. Letzterem stimmt zumindest jeder vierte Vertreter (26%) der Generation Y (16-30 Jahre) zu.
  2. Ganz ohne Menschen shoppen wir jedoch auch in Zukunft nicht.
    Sie bleiben als Empfehlungsgeber und Kuratoren gefragt, sind live oder im Hintergrund mit dabei. Die Digitalisierung schafft neue Räume für Interaktion: 42der deutschen Männer und rund jede dritte deutsche Frau (32%) können sich vorstellen, in Zukunft mit Freunden online oder über das Smartphone zu shoppen.
  3. Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, desto stärker wächst der Wunsch nach echten Erfahrungen.
    77% der Deutschen sagen: „Gerade weil so viel in Zukunft virtuell abläuft, werden Erlebnisse in der realen Welt umso wertvoller.“ Darauf wird insbesondere der stationäre Handel reagieren – mit sinnlichen Erlebniswelten, die Kunden spielerische Elemente bieten.
  4. In den Läden der Zukunft geht es nicht mehr um die Fülle des Angebots.
    Entscheidend wird vielmehr sein, ob und wie sich ein Produkt auf den Käufer zuschneiden lässt. Personalisierte Produkte begeistern: Drei Viertel der Deutschen (74%) sprechen sich in der Studie für Produkte aus, die genau ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.
  5. Qualität statt Quantität: Besitz wird neu bewertet.
    Verbraucher aus der Mittelschicht kaufen zunehmend kritischer ein. „Was brauche ich wirklich?“ lautet die neue Leitfrage. „In Zukunft gilt als cool, wer nicht alles haben muss“: Diesem Statement stimmen 63% der Deutschen zu. Der Handel reagiert darauf mit einem Strategiewechsel von Quantität zu Qualität. Das gekaufte Produkt muss dem Einzelnen tatsächlich wieder etwas bedeuten und wert sein.
  6. Wer Daten spendet, kauft günstiger ein.
    38% der Deutschen sind bereit, ihre Daten herauszugeben, wenn sie im Gegenzug „billigere Angebote für oft genutzte Produkte und Dienste“ erhalten. Männer zeigen sich dabei freigiebiger als Frauen (46% vs. 30%).
  7. Konsumenten übernehmen immer mehr traditionelle Aufgaben des Handels.
    Konsumenten werden Teil der Wertschöpfungskette. Der Handel gewährt im Gegenzug Rabatte. Für 59% der Deutschen ist klar: „In Zukunft kaufe ich billiger, wenn ich mithelfe, zum Beispiel an der Self-Scanning-Kasse.“
  8. Standardprodukte für den täglichen Bedarf kommen automatisch oder per Knopfdruck.
    70% der Deutschen finden einen „schnellen, unkomplizierten Ablauf“ beim Einkaufen (sehr) wichtig. Fast jeder Dritte (32%) kann sich (sehr) gut vorstellen, „automatische Bestellungen zu nutzen, wenn ein Produkt zu Hause ausgeht.“
  9. Shopping verschmilzt mit dem Tagesablauf.
    Spracherkennungssoftware und digitale Assistenten machen es möglich: 41% der Deutschen rechnen damit, häufiger nebenher im Alltag zu shoppen, zum Beispiel beim Blick in den Schrank per Sprachkommando.
  10. Achtsamkeit im Umgang mit Material, Langlebigkeit und die Möglichkeit zur Reparatur zählen wieder.
    Jedem vierten Deutschen (25%) sind heute schon „ökologisch und sozial verträgliche Produkte (sehr) wichtig beim Einkauf“. Und 60% der Deutschen sagen sogar: „In Zukunft ist es noch wichtiger, ethisch korrekt zu shoppen.“ Der Käufer wandelt sich vom Konsumenten zum Besitzer, der für das Bewahren seines Produktes mitverantwortlich ist. Händler werden zunehmend auch Serviceanbieter, die passgenaue Produkte anbieten. Das senkt die Retourenquote und schont die Umwelt.

Ob Sie nun mit dem klassischen E-Commerce-Modell verkaufen oder via Dropshipping, die Studie zeigt deutlich, wo die Präferenzen der Shopper liegen und dass die Zukunft ein gigantisches Potenzial hat.Facebook schafft den PowerEditor ab

Es gibt neue Features für den Facebook Werbeanzeigenmanager. Naja, nicht ganz.

Die als neu angepriesenen Möglichkeiten wie einer Schnellfunktion zum Erstellen von Anzeigen, automatische Entwürfe, Import- und Exportmethoden und vereinfachte Reportig-Optionen gab es bereits schon beim PowerEditor.

Der alte Werbeanzeigenmanager mit seinen Funktionen kann für eine Übergangszeit noch aufgerufen werden. Das geht in den Einstellungen rechts oben:

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via allfacebook.de

Jedoch wurde der neue Werbeanzeigenmanager bereits als Standardeinstellung aktiviert, berichten die Kollegen von allfacebook.de.

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