Mehr Zeit & mehr Umsatz: Das Paretoprinzip im E‑Commerce

Was verkaufen Sie? Was sind Ihre Top-Seller? Ich wette, dass Sie darauf eine präzise Antwort geben können. Warum das wichtig ist, wieso Sie 80% der Produkte aus Ihrem Sortiment entfernen sollten und was das mit Socken zu tun hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Das Paretoprinzip, benannt nach Vilfredo Pareto (1848–1923), auch Pareto-Effekt, besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit.

Das dieses Prinzip nicht nur eine Theorie ist, zeigt sich an (unendlich) vielen Stellen. Zeit für eine kleine Geschichtsstunde:

Vilfredo bemerkte durch Zufall, dass 20% der Italiener 80% des Landes besaßen.

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Montepulciano in Italien, Foto von Łukasz Czechowicz

Als er untersuchte, ob dieses Verhältnis auch an anderen Stellen auftrat, fand er heraus, dass 20% seiner Erbsenpflanzen 80% der Erbsen produzierten.

Zufall?

Nicht wirklich. Denn das 80/20-Verhältnis taucht … wie bereits erwähnt … an sehr, sehr vielen Stellen auf.

Ein paar Beispiele:

  • ca. 20% der Kriminellen begehen ca. 80% der Verbrechen

  • ca. 20% der Fahrer sorgen für ca. 80% der Unfälle

  • ca. 80% der Umweltverschmutzung stammt von 20% der Fabriken

  • ca. 20% der Produkte sorgen für ca. 80% des Umsatzes

  • ca. 20% der Werbung sorgt für ca. 80% der Verkäufe

  • ca. 20% der Produkte nehmen ca. 80% des Lagerplatzes ein

  • ca. 80% des Online-Traffics konzentrieren sich auf 20% der Webseiten

  • auf dem Trusted Shops Blog sorgen ca. 20% der Artikel für ca. 80% des organischen Traffics

  • und so weiter…

Okay. Das sind interessante Zahlen, aber was hat das mit meinem Online-Shop zu tun?

Wenn Sie mal in Ihren Online-Shop-Umsatz betrachten, stehen die Chancen gut, dass der Pareto-Effekt auch hier zu entdecken ist.

Kann es sein, dass auch bei Ihnen wenige Produkte für den Löwenanteil des Umsatzes sorgen?

Und die unzähligen Produkte, die sich ab und zu mal verkaufen, für den größten Aufwand und Stress sorgen?

Als Steve Jobs 1997 wieder bei Apple einstieg, reduzierte er die Produktpalette von 350 auf nur 10 Produkte.

Lese-Tipp: Die Presell-Page: Das Geheimnis der Profi-Marketer 

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via QuoteFancy

Und wo Apple heute steht, weiß jeder…

Das Paretoprinzip im E-Commerce

Es lohnt sich also definitiv die eigene Produktpalette zu analysieren.

Stellen Sie sich mal folgendes Szenario vor:

Sie schmeißen den Großteil Ihrer Produkte, die wenig Umsatz bringen, aus dem Sortiment.

Stattdessen fokussieren Sie Ihre Marketing-Bemühungen und Energie auf die … sagen wir 3 … Produkte, die Monat für Monat für den größten Umsatz sorgen.

Unter Uns.

Es macht keinen Sinn zu versuchen mit den Online-Giganten wie Google, Facebook oder Amazon zu konkurrieren und tausende Produkte anzubieten.

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Über die Jahre hinweg hat sich der Internetgigant ein Logistiknetzwerk und Namen aufgebaut mit dem kaum jemand konkurrieren kann.

Sie müssen Amazon jedoch nicht vom Thron stoßen, um einen profitablen Online-Shop zu führen.

Der bessere …und logischere… Weg ist ein Experten-Shop zu werden.

Wenn Sie sich nur um eine handvoll Produkte kümmern müssen, können Sie mehr Zeit in Ihre Produktseiten investieren, um sich von der Konkurrenz abzuheben und jeden Besucher und jede Besucherinnen zu begeistern.

Doch nicht nur das.

Plötzlich hätten Sie Zeit eine effektive SEO- und Content-Marketing-Strategie zu entwickeln, die Ihnen Tag für Tag interessierte Besucher auf die Seite lenkt.

Apropos. Besonders durch die Verbindung mit dem Zeitmanagement wurde das Paretoprinzip bekannt.

Wer sich mit Zeitmanagement-Methoden beschäftigt wird früher oder später auf das Prinzip stoßen.

Als erfahrene/r Shopbetreiber*in und Unternehmer*in wissen Sie, dass ein großer Teil Ihrer Zeit für Aufgaben aufgewendet werden muss, die erledigt werden müssen, aber nicht sonderlich produktiv sind.

Zum Beispiel das Retouren-Management.

Retouren verringern und mehr verkaufen... So geht's!

Diese Abläufe zu erkennen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sobald Sie sie erkannt haben, können Sie versuchen sie zu optimieren, automatisieren oder auszulagern.

So lässt sich Zeit für die Dinge schaffen, die für mehr Umsatz sorgen und wichtig sind.

Fazit

Ich bin mir bewusst, dass der Gedanke den Großteil der Produkte aus dem Sortiment zu entfernen beunruhigend wirkt.

Immerhin erwarten Ihre Kund*innen, dass Sie sie anbieten. Oder nicht?

Es sagt auch niemand, dass Sie von heute auf morgen nur noch 3 Produkte im Sortiment haben müssen. Der Prozess kann fließend integriert werden.

Produkte nicht mehr nachzubestellen, die sowieso sehr selten gekauft werden und die gewonnene Zeit (Logistik, Einpflegung, etc.) in Ihre Top-Seller zu investieren, könnte der erste Schritt zum Erfolg mit Pareto sein.

Sehen Sie es so:

Wenn Sie Ihre Top-Seller ausgemacht haben und nur noch diese im Shop anbieten, wird es Zeit über den Tellerrand herauszuschauen.

So hat der Socken-Shop Happy Socks sich als Anbieter für bunte & lustige Socken auf dem Markt etabliert.

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Happy Socks hat nur Socken verkauft!

Solange bis sie sich so sehr auf dem Markt etabliert und einen treuen Kundenstamm aufgebaut haben. Dann wurde es Zeit für mehr.

Und was passt zu einem Socken-Shop?

Unterwäsche!

Mit den selben bunten Mustern, die sich schon bei Socken bewährt haben.

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Sich erstmal auf nur eine Sache zu fokussieren, dafür zu sorgen, dass diese funktioniert und dann das nächste Projekt anzugehen, ist etwas, was auch in dem Bestseller The One Thing empfohlen wird.

Wer sich nicht mit 1000 verschiedenen Dingen am Tag herumschlagen, mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben haben und trotzdem erfolgreich sein will, (und wer will das nicht?) sollte dem Paretoprinzip eine Chance geben.

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